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Ratingagentur zweifelt an Liquidität : Sorgen um Werkstattkette ATU werden größer

In der Werkstatt Bild: AP

Die Werkstattkette ATU braucht nach Ansicht der Ratingagentur Moody’s noch vor dem Winter frisches Geld. Ein Sprecher der stark gebeutelten Werkstattkette reagierte empört.

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          Die Zweifel an der Überlebensfähigkeit der Werkstattkette Auto-Teile-Unger (ATU) sind größer geworden. Am Mittwoch sorgte eine Studie der amerikanischen Ratingagentur Moody’s für neue Aufregung am Unternehmenssitz im ostbayerischen Weiden. Denn laut Moody’s benötigt ATU noch vor dem Winter zusätzliche Liquidität. Per Ende Juni habe das Unternehmen nur noch 15,5 Millionen Euro in der Kasse gehabt, eine Kreditlinie über 45 Millionen Euro sei vollständig in Anspruch genommen worden. Die Ratingagentur senkte daraufhin die Kreditbewertung von ATU auf den Ramschstatus „Caa3“, und damit auf die viertschlechteste Note der 22-stufigen Skala. Als ob das nicht schon genügt hätte, drohte Moody’s noch eine weitere Herabstufung an.

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Ein Sprecher der stark gebeutelten Werkstattkette reagierte empört: „Wir können die Moody’s-Entscheidung nicht nachvollziehen, weil wir gerade erst ein Sanierungskonzept für Ende Oktober angekündigt haben.“ Nach seinen Angaben reicht die Liquidität von ATU „auf jeden Fall“ bis zum Jahresende. „Die Bevorratung für die Wintersaison läuft plangemäß.“ ATU lebt vorrangig vom Geschäft mit dem Reifenwechseln.

          Im kommenden Jahr werden Anleihen von 600 Millionen Euro fällig

          Erst vor zwei Wochen musste das Unternehmen über ein „schwieriges Geschäftsjahr 2012/13 (30. Juni)“ berichten. Auf Basis vorläufiger Zahlen brach das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 103,4 Millionen Euro auf 61,9 Millionen Euro ein. Nach Steuern dürften abermals hohe Verluste angefallen sein, allerdings soll das vollständige Zahlenwerk ebenfalls erst Ende Oktober mit dem neuen Sanierungsplan veröffentlich werden. Vor knapp zwei Monaten hat der ATU- Eigentümer, die amerikanische Beteiligungsgesellschaft Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR) mit Hans-Norbert Topp einen neuen Sanierer eingesetzt. Topp ist der dritte Geschäftsführer von ATU in drei Jahren. Er muss sich um die Refinanzierung kümmern.

          Im kommenden Jahr werden Anleihen von 600 Millionen Euro fällig und noch ist nicht absehbar, wie ATU diese Fälligkeiten bedienen will. Fraglich ist, wie lange die Gläubiger noch stillhalten. Der ATU-Sprecher verwies auf „gute Gespräche“, in denen man dank Unterstützung von KKR und weiteren Beratern „ein erhebliches Stück vorangekommen“ sei.

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