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Rakete vom Kurs abgekommen : Der nächste Rückschlag für die europäische Raumfahrt

Der Start der Rakete Bild: EPA

Eine Mission der Rakete Vega mit zwei Erdbeobachtungssatelliten ist gescheitert. Die schlechten Nachrichten für Europas Raumfahrt häufen sich – und SpaceX eilt von Erfolg zu Erfolg.

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          Die Trägerrakete Vega, die zwei Forschungssatelliten ins All bringen sollte, ist in der Nacht von Montag auf Dienstag nach dem Start vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana (Südamerika) von der Flugbahn abgekommen. Die Mission ist laut der Pressemitteilung von Arianespace gescheitert. Die Trägerrakete fiel in ein unbewohntes Gebiet; die zwei Satelliten an Bord seien verloren, teilte der Vorstandsvorsitzende von Arianespace, Stéphane Israël, mit. Die Rakete kam acht Minuten nach ihrem Start vom Kurs ab. Derzeit werden Telemetrie-Angaben analysiert, um die Fehlerursache festzustellen. Das für den Bau der Vega-Rakete verantwortliche italienische Unternehmen Avio verlor an der Mailänder Börse am Dienstag 16 Prozent an Wert.

          Christian Schubert
          Wirtschaftskorrespondent in Rom.

          Zwei Erdbeobachtungs-Satelliten sollte die Rakete in den Orbit auf rund 700 Kilometer Höhe bringen: Es handelte sich um einen spanischen Satelliten namens Seosat-Ingenio im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) und des spanischen Zentrums für die Entwicklung industrieller Technologien (CDTI).

          Es war der erste von Spanien für die Esa entwickelte Erdbeobachtungssatellit. Er galt als Flaggschiff des strategischen Raumfahrtplans Spaniens und sollte hochaufgelöste Bilder für verschiedene Anwendung auf der Erde liefern. Zudem befand sich der Satelliten Taranis an Bord, der im Auftrag des französischen Weltraumforschungszentrum Cnes gebaut worden war. Er sollte erstmals elektromagnetische Strahlen und das Licht 20 bis 100 Kilometern oberhalb von Gewittern messen.

          SpaceX-Transporter kommt an ISS an

          „Dieses Scheitern ruft uns erneut in Erinnerung, dass wir uns sehr schwierige Missionen vornehmen, wo Erfolg und Misserfolg sehr nah beieinander liegen“, teilte der Cnes-Präsident Jean-Yves Le Gall mit. Die Mitarbeiter würden sich unmittelbar auf die Fehlersuche begeben und die Mängel beheben, um rasch den nächsten Start zu ermöglichen.

          Quasi zeitgleich mit dem Scheitern der europäischen Mission sind drei Astronauten und eine Astronautin an der Internationalen Raumfahrtstation angekommen. Der Raumtransporter „Crew Dragon“ des privaten amerikanischen Unternehmens SpaceX hatte sie dort auf seinem ersten regulären Flug ins All dorthin gebracht. Der Transporter war am Sonntagabend vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida gestartet. Die bemannte Mission ist zwar anderer Natur als die der europäischen Trägerrakete.

          Doch die Zusammenkunft der beiden Ereignisse zeigt, wie die amerikanische Raumfahrt derzeit Erfolge feiert, während Europa eine Reihe von Misserfolgen erlebt. Dazu gehört auch die Verschiebung des Erstfluges der Trägerrakete Ariane-6 um fast zwei Jahre auf das Jahr 2022. SpaceX hat dem europäischen Vermarktungsunternehmen Arianespace den Rang als Marktführer bei Trägerraketen längst abgenommen. Die Flüge mit den europäischen Raketen, die in der Regel von einer Vielzahl von Unternehmen in verschiedenen Ländern gebaut werden, sind teurer als die von SpaceX. Dafür hat die europäische Raumfahrt lange Zeit mit der Zuverlässigkeit ihrer Flüge geworben.

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