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Quartalszahlen : JP Morgan überrascht mit Milliardengewinn

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Das Risiko bleibt: James Dixon, Vorstandsvorsitzender von JP Morgan Chase, warnt, dass Kosten für mögliche Kreditausfälle hoch bleiben Bild: REUTERS

Die Bilanzsaison der amerikanischen Banken beginnt mit einem Paukenschlag: 3,6 Milliarden Dollar Gewinn hat JP Morgan Chase nach eigenen Angaben im dritten Quartal erwirtschaftet. Damit haben selbst optimistische Experten kaum gerechnet.

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          Der Finanzkonzern JP Morgan Chase hat mit einem milliardenschweren Quartalsgewinn erneut seine Spitzenstellung in der amerikanischen Bankenbranche untermauert. Unter dem Strich verdiente die Großbank im dritten Quartal mit 3,6 Milliarden Dollar (2,4 Mrd Euro) weit mehr als von Experten erwartet. Gleich zum Auftakt der Bilanzsaison bei den amerikanischen Banken sorgte JP Morgan so für einen Paukenschlag.

          Ein Jahr zuvor hatte der vergleichbare Überschuss lediglich 527 Millionen Dollar betragen. Der überraschend hohe Gewinn stammt zu mehr als der Hälfte aus dem Investmentbanking. Die Anleger reagierten begeistert - die Aktie legte vorbörslich kräftig zu.

          Diskussion über Gehälter und Boni

          Der Milliardengewinn heizte umgehend die öffentliche Diskussion über Gehälter und Boni in der Bankenbranche neu an. Rund ein Jahr nach dem Höhepunkt der Finanzkrise planen die größten amerikanischen Finanzhäuser dem „Wall Street Journal“ zufolge bereits wieder Rekordgehälter (siehe Trotz Krise: Rekordgehälter für Banker).

          Trotz des satten Gewinnsprungs warnte Bank-Chef Jamie Dimon, dass die Kosten für mögliche Kreditausfälle zunächst hoch bleiben dürften. So machte das Kreditkartengeschäft zuletzt 700 Millionen Dollar Verlust. Die Bank habe allein für faule Verbraucherkredite noch einmal zwei Milliarden Dollar beiseitegelegt, sagte Dimon. Es gebe zwar erste Anzeichen, dass sich die Lage hier stabilisiere. „Wir sind aber noch nicht sicher, ob sich dieser Trend fortsetzt.“ Wie hoch die künftigen Verluste ausfallen, hänge von der Arbeitslosigkeit ab.

          Analysten sehen einen „Knaller“

          JP Morgan hat bisher die gesamte Finanzkrise hindurch schwarze Zahlen geschrieben. Als eine der ersten amerikanischen Großbanken hatte sie ihre Milliarden-Staatshilfe bereits vor Monaten zurückgezahlt. Zuvor hatte der Finanzkonzern 2008 die notleidende Investmentbank Bear Stearns und die größte amerikanische Sparkasse Washington Mutual geschluckt.

          Experten warten nun gespannt auf die Ergebnisse der Konkurrenz. Dem Investmentbank-Primus Goldman Sachs trauen sie am Donnerstag ein erneut starkes Quartal zu. Eines der Sorgenkinder ist die Bank of America, bei der nur knapp schwarze Zahlen erwartet werden. Die zu den größten Verlierern der Finanzkrise zählende Citigroup dürfte demnach sogar wieder rote Zahlen geschrieben haben.

          Analysten nannten die Ergebnisse von JP Morgan einen „Knaller“. Kapitalmarkt-Experte David Buik (BGC Partners) sprach von ungemein starken Zahlen, die die Schätzungen der Analysten geradezu weggefegt hätten. Die Erträge erreichten den Spitzenwert von 28,8 Milliarden Dollar.

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