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Quartalszahlen : Dax-Konzerne mit guten Ergebnissen

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Henkel überrascht mit Umsatz und Gewinn Bild: dpa

Vielversprechende Quartalszahlen: Vor allem Henkel übertrifft die Erwartungen, aber auch BASF macht eine gute Figur. Altana sucht noch immer nach dem Traumpartner.

          Die Saison der Vierteljahreszahlen läuft auf Hochtouren, die Stimmung bei den Dax-Unternehmen ist positiv. Neben BMW (BMW steigert Vorsteuergewinn überraschend stark) haben der Konsumgüterhersteller Henkel, der Pharma- und Spezialchemiekonzern Altana und der Chemieriese BASF an diesem Mittwoch ihre Zahlen für das zweite Quartal 2006 vorgelegt.

          Henkel und BASF konnten bei Umsätzen und Gewinnen zulegen. Henkel übertraf dabei deutlich die Erwartungen von Analysten. Auch BASF überraschte mit seinem Nettogewinn. Altana verzeichnete einen leichten Gewinnrückgang, schnitt damit aber noch besser ab als von Analysten vorhergesagt.

          Henkel punktet mit neuen Produkten

          Henkel verdankt seine Umsatz- und Gewinnsteigerung vor allem neuen Produkten und einem anhaltenden Auslandswachstum. Der Düsseldorfer Konzern bekräftigte am Mittwoch seine Jahresziele. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg auch dank Preiserhöhungen zwischen April und Juni um 21,2 Prozent auf 359 Millionen Euro, wie Henkel mitteilte. Der Nettogewinn erhöhte sich zum Vorjahreszeitraum um fast ein Viertel auf 243 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um 7,3 Prozent auf 3,23 Milliarden Euro.

          Alle Unternehmensbereiche hätten zu dem Wachstum beigetragen, kommentierte Henkel-Vorstandschef Ulrich Lehner die Quartalsbilanz. „Besonders die Einführung zahlreicher neuer Produkte leistete einen wichtigen Beitrag. Zudem entwickelten sich unsere Wachstumsregionen erneut sehr positiv“, sagte er. Dabei verzeichnete Henkel erneut ein zweistelliges Wachstum in Osteuropa. Henkel bekräftigte die Prognose für 2006 und hob erneut hervor, stärker als der Gesamtmarkt wachsen zu wollen. Der Konzern will beim Umsatz ein Plus nahe vier Prozent erzielen. Ebit und Gewinn je Aktie sollen um jeweils rund zehn Prozent zulegen.

          BASF stark bei Öl und Gas

          BASF hat im zweiten Quartal unter anderem dank seines florierenden Öl- und Gasgeschäfts mehr verdient als im Vorjahreszeitraum. Mit seinen Zahlen übertraf der Chemieriese die Erwartungen von Analysten. Der Betriebsgewinn (Ebit) vor Sondereinflüssen - wie etwa Restrukturierungen - habe binnen Jahresfrist um 15 Prozent auf 1,91 Milliarden Euro zugelegt, teilte die weltweite Nummer eins der Branche am Mittwoch mit. BASF setzte 12,3 Milliarden Euro um - ein Plus von gut 16 Prozent. Unter dem Strich blieb ein Überschuß von 920 Millionen Euro nach 778 Millionen vor Jahresfrist.

          Vor dem Hintergrund der bislang guten Geschäftsentwicklung sei BASF für das Gesamtjahr weiter optimistisch, erklärte Konzernchef Jürgen Hambrecht. „Der Umsatz wird deutlich ansteigen; das Ebit vor Sondereinflüssen wird den starken Vorjahreswert übertreffen“, bekräftigte er frühere Prognosen.

          Anders als die Konkurrenz kann BASF gestiegene Energie- und Rohstoffkosten in den Chemiesparten durch satte Gewinne in seiner Öl-Sparte abfedern. Im Öl- und Gasgeschäft legte im zweiten Quartal der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen um 50 Prozent zu. Dagegen sank das Betriebsergebnis in der Chemikaliensparte, bei Veredelungsprodukten und im Pflanzenschutz. Zuwächse verzeichnete dagegen das Kunststoffgeschäft.

          Altana profitiert von Eckart-Übernahme

          Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Altana sieht sich bei der angestrebten Neuausrichtung auf gutem Weg. Wie das Bad Homburger Unternehmen am Mittwoch mitteilte, fiel der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von April bis Juni um 1,5 Prozent auf 194 Millionen Euro. Analysten hatten mit einem stärkeren Rückgang auf 186 Millionen Euro gerechnet.

          Der Konzerngewinn lag mit 126 Millionen Euro nahezu auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums von 125 Millionen. Der Umsatz kletterte um 21 Prozent auf 985 Millionen Euro. Dabei profitierte Altana unter anderem von der Übernahme der Spezialchemiefirma Eckart. Für das Gesamtjahr rechnet Altana unverändert mit einem Umsatzwachstum von rund 20 Prozent auf vier Milliarden Euro und einem Plus beim Vorsteuergewinn von acht bis zehn Prozent.

          Altana weiter auf Partnersuche

          Der Prozeß der Weiterentwicklung der beiden Unternehmensbereiche Pharma und Chemie schreite voran: „Wir sind auf gutem Weg. Wir streben eine langfristige Lösung an und sind darüber mit potenziellen Partnern in Gespräch“, erklärte Konzernchef Nikolaus Schweickart. Die Vorbereitungen für die Verselbstständigung des Chemiegeschäfts liefen. Altana gehe davon aus, die entscheidendenWeichenstellungen noch in diesem Jahr vornehmen zu können.

          Für das Pharmageschäft sucht Konzernchef Schweickart nach einem Partner oder Käufer, die kleinere Spezialchemiesparte soll noch in diesem Jahr an die Börse gebracht werden. Am Montag hatte sich mit dem dänischen Vertriebspartner Nycomed erstmals offiziell ein Interessent für das Pharmageschäft zu Wort gemeldet. Branchenkreisen zufolge hat auch die belgische Pharmafirma Solvay Interesse, allerdings nur an Teilen des Geschäfts. Auch verschiedene Beteiligungsfirmen prüfen Branchenkreisen zufolge einen Kauf.

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