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Quartalszahlen : Axel Springer kann sich auf seine Zeitungen verlassen

Die „Cash Cow” des Unternehmens: „Bild”, „Welt” & Co. Bild: dapd

Trotz starker Investitionen in das Internet bleiben die Zeitungen „Bild“ und „Welt am Sonntag“ die wichtigsten Renditeträger für den Medienkonzern Axel Springer. In sieben Jahren sollen die digitalen Aktivitäten die Hälfte der Erlöse tragen.

          Der Medienkonzern Axel Springer hat in den zurückliegenden Jahren stark in das Internet investiert. Profitabelster Geschäftsbereich sind aber unverändert seine Zeitungen im Inland. Dank der Preiserhöhungen für „Welt“, „Welt am Sonntag“ und „Berliner Morgenpost“ konnten im ersten Quartal geringere Werbeerlöse und Auflagenrückgänge ausgeglichen werden. Weil gleichzeitig auch noch die Papierkosten stiegen, sank das operative Ergebnis vor Abschreibungen und Goodwill (Ebitda) von 77,6 auf 62,4 Millionen Euro.

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Dennoch blieben die Zeitungen mit einer Ebitda-Marge von 22,3 Prozent die „Cash Cow“ des Unternehmens, wie der Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner in einer Telefonkonferenz sagte. Der gesamte Konzern bringt es in den ersten drei Monaten dieses Jahres auf eine Ebitda-Rendite von 17,2 (Vorjahr: 18,0) Prozent.

          Große Hoffnungen auf Osteuropa

          Döpfner zeigte sich aber auch mit der Entwicklung seiner jungen renditeschwächeren Internetaktivitäten hochzufrieden: „Unsere digitalen und internationalen Aktivitäten werden nach einem dynamischen Jahresauftakt in den kommenden Monaten weiter an Gewicht gewinnen.“ Bisher beträgt die Ebitda-Marge hier 12,8 Prozent, soll aber durch profitable Zukäufe weiter angehoben werden. Nach dem Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung am Online-Portal Kaufda hat Springer inzwischen auch die französische Immobilienseite Seloger für 630 Millionen Euro fast vollständig übernommen. Seloger wird seit März konsolidiert. Döpfners Digitalisierungsstrategie hat das Ziel, in spätestens sieben Jahren die Hälfte der Erlöse des Konzerns zu tragen. Bisher sind es 27 Prozent. Die Zukäufe und leichtes organisches Wachstum sorgten für einen Umsatzanstieg von 26 Prozent auf 202,2 Millionen Euro.

          Der Gesamtumsatz der ersten drei Monate lag bei 736,7 (663,7) Millionen. Davon tragen die Zeitungen im Inland, insbesondere die „Bild“, trotz eines Umsatzrückgangs von 3,3 Prozent auf 279,9 Millionen Euro immer noch 38 Prozent. Außerdem dürfte bei Deutschlands größter Boulevardzeitung schon bald die nächste Preiserhöhung anstehen.

          Döpfner wertete die Zahlen zum ersten Quartal als „eine gute Grundlage, um unsere Ziele für das laufende Jahr zu erreichen“. Für das gesamte Geschäftsjahr erwartet er ein Umsatzwachstum im einstelligen Prozentbereich und ein Ebitda-Wachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Große Hoffnung setzen die Berliner in die Entwicklung der Online-Angebote in Osteuropa, die sie gemeinsam mit dem Schweizer Ringier-Verlag vorantreiben. Einzige Enttäuschung ist für Döpfner die gescheiterte Expansion des Osteuropa-Gemeinschaftsunternehmens nach Ungarn. Dort hatte sich der neu geschaffene ungarische Medienrat gegen den Zusammenschluss ausgesprochen. Springer und Ringier zogen daraufhin ihren Kartellantrag für die Fusionsgenehmigung zurück - aus „verfahrensbedingten Gründen“, wie es hieß.

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