https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/qatar-will-offenbar-bei-porsche-einsteigen-18224813.html

Börsengang : Qatar will offenbar bei Porsche einsteigen

Ein Mann in Dubai mit einem Porsche 911 Carrera S Bild: MAISANT Ludovic/hemis.fr/laif

Die Qatar Investment Authority hat sich offenbar schon entschieden, bei dem Sportwagenbauer einzusteigen. Auch sonst werben VW und Porsche um die Gunst von Staatsfonds, nicht nur aus dem arabischen Raum.

          2 Min.

          Arabische Staatsfonds wollen sich offenbar am Porsche-Börsengang beteiligen. Der VW-Großaktionär Qatar Investment Authority habe sich entschieden, strategischer Investor des Sportwagenbauers zu werden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag.

          Gustav Theile
          Wirtschaftskorrespondent in Stuttgart.

          Qatar hält 17 Prozent der Stimmrechte am Volkswagen-Konzern und ist damit nach der Porsche-Holding und dem Land Niedersachsen der drittgrößte Anteilseigner. Auf den Bericht angesprochen, verwies ein Porsche-Sprecher auf den VW-Konzern. Eine VW-Sprecherin teilte mit, es gebe keine neuen Entscheidungen, mehr Informationen werde es im Spätsommer geben. Auch die Qatar Investment Authority wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.

          Auch Norwegen, Abu Dhabi und Saudi-Arabien dabei?

          Neben Qatar gehören dem Bericht zufolge auch die Staatsfonds Mubadala und ADQ aus Abu Dhabi zu den möglichen Investoren. Auch in Saudi-Arabien gebe es Interesse. Zudem hätten sich die VW-Berater an den Norwegischen Staatsfonds und an weitere Fonds in Malaysia und Kanada gewandt. Mubadala und ADQ reagierten nicht auf eine Anfrage der F.A.Z. Der Norwegische Staatsfonds wollte den Bericht nicht kommentieren.

          Porsche und VW wollen den Börsengang trotz des schwierigen Marktumfelds durchziehen. Ein Grund ist das große Interesse institutioneller Investoren. In Wolfsburg hat man offenbar konkrete Hinweise, dass Qatar einsteigen will. Noch ist allerdings unklar, zu welchen Konditionen das geschehen soll. Laut Bloomberg könnte VW den Ankerinvestoren mehr als 5 Prozent der Anteile anbieten.

          Entscheidung in wenigen Wochen

          Mitte Juli warben Porsche-Vorstandschef Oliver Blume und sein Vize und Finanzchef Lutz Meschke auf einem Kapitalmarkttag um die Gunst von Analysten und Investoren. Der scheidende VW-Chef Herbert Diess war im Juni selbst in Qatar und sprach dort über den Börsengang. Diess wird Anfang September von Blume abgelöst, der in Personalunion Porsche und VW führen soll. Das stößt unter Analysten und Investoren auf große Kritik, die unter anderem vor Interessenkonflikten warnen.

          Der Porsche-Börsengang könnte einer der größten der deutschen Wirtschaftsgeschichte werden. Mit mindestens 60 Milliarden Euro soll der Sportwagenbauer bewertet werden. Das entspricht dem Wert, den Finanzchef Meschke schon im Jahr 2018 genannt hatte, als er erstmals einen Börsengang ins Gespräch gebracht hatte. Mancher hält auch eine Bewertung von 100 Milliarden Euro für möglich.

          Die Porsche-Anteile sollen je zur Hälfte auf Vorzugs- und Stammaktien aufgeteilt werden. An der Börse werden 25 Prozent der Vorzugsaktien, also 12,5 Prozent der gesamten Anteile, veräußert. Die Porsche Holding, die von den Familien Porsche und Piëch kontrolliert wird, soll künftig eine Sperrminorität von 25 Prozent der stimmberechtigten Stammaktien halten. Der Schritt aufs Parkett würde laut aktuellen Plänen im vierten Quartal erfolgen. Die finale Entscheidung steht für Ende August oder Anfang September an.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die EU-Länder haben sich vorgenommen, ihren Gasverbrauch um mindestens 15 Prozent zum Frühling zu reduzieren.

          Standpunkt : Wo ist die Energiestrategie gegenüber Russland?

          Es ist, als spielte Europa Schach mit bereits festgelegten Zügen, unfähig, auf Russlands Vorgehen zu reagieren. Dabei gibt es die Möglichkeit, das Heft des Handelns zu übernehmen. Ein Gastbeitrag.
          Eine Mücke saugt Blut.

          Geht doch! : Wie Sie Mückenstiche klein halten

          Golfballgroße Mückenstiche müssen nicht sein. Hier kommt ein heißer Tipp für alle, die in lauen Sommernächten – und in den Tagen danach – besonders leiden. Obacht, wer dabei nicht richtig aufpasst, leidet auch!

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.