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Puma nach der Übernahme : Jochen Zeitz bekommt neuen Vertrag

  • Aktualisiert am

Darf bis 2012 weiter machen: Puma-Chef Jochen Zeitz Bild: ddp

Nach einer Übernahme wechselt der neue Eigner gern den Vorstand aus. Nicht so bei Puma: François-Henri Pinault hat den Vertrag von Jochen Zeitz um fünf Jahre verlängert. Allerdings bekommt er neue Vorstände zur Seite gestellt.

          Der Vorstandsvorsitzende von Puma, Jochen Zeitz, soll die Sportartikel-Marke bis zum Jahr 2012 weiter führen. Der Aufsichtsrat des zum französischen Luxusgüterkonzern PPR gehörenden Unternehmens verlängerte den Vertrag von Zeitz frühzeitig um fünf Jahre, wie Puma am Dienstag mitteilte. Der Aufsichtsratsvorsitzende von Puma ist PPR-Eigner François-Henri Pinault, der mit der Vertragsverlängerung die langfristige Unternehmensentwicklung sichern will.

          Vor allem der Zeitpunkt der Verträgsverlängerung überraschte. Denn nach der mehrheitlichen Übernahme des Herzogenauracher Unternehmens war spekuliert worden, der polyglotte 44 Jahre alte Manager könne der fränkischen Kleinstadt bald den Rücken kehren und bei PPR, das Luxusmarken wie Gucci und Yves Saint-Laurent im Portfolio hat, nach neuen Herausforderungen suchen. Zeitz' Vertrag wäre 2009 ausgelaufen.

          Zeitz selbst dagegen hatte stets erklärt, so lange bei Puma zu bleiben, wie es gewünscht werde. Als gerade Dreißigjähriger hatte Zeitz 1993 den Chefsessel des Herzogenauracher Unternehmens übernommen. Das Unternehmen steckte damals in einer tiefen Krise und schrieb seit Jahren rote Zahlen. Niemand hätte damals daran gedacht, Puma jemals als Luxusmarke zu bezeichnen. Die Produkte waren eher auf den Wühltischen von Billig-Ketten zu finden. Zeitz krempelte die Marke und das Unternehmen jedoch grundlegend um. Zweistellige Wachstumsraten wurden zur Regel.

          Der neue Herr über Puma: François-Henri Pinault mit seiner Frau, der Schauspielerin Salma Hayek

          Erster Kratzer in der Erfolgsbilanz von Zeitz

          In diesem Jahr liefen die Geschäfte jedoch nicht so gut. Turbulenzen beim amerikanischen Sportschuhhändler Foot Locker machen Puma - wie auch dem größeren Herzogenauracher Konkurrenten Adidas - zu schaffen. Zeitz musste zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt die Prognose senken und bezeichnete das laufende Jahr als Herausforderung.

          Vor diesem Hintergrund gilt die Vertragsverlängerung für Zeitz, der das Unternehmen wie kein Zweiter kennt, als eine strategische Weichenstellung. Die Rolle des smarten Managers dürfte sich jedoch ändern. Denn Puma hat den Vorstand in den vergangenen Monaten umgebaut wie noch nie seit dem Amtsantritt von Zeitz vor 14 Jahren. Bislang hatte er das Unternehmen fast im Alleingang geführt und repräsentiert. Neben ihm stand jahrelang nur Vorstandsmitglied Martin Gänsler, der sich nun zurückzieht. Erst vor zwei Jahren wurde zusätzlich Finanzvorstand Dieter Bock berufen.

          Eine Frau entwickelt künftig das Design

          Neuen Schwung sollen im nächsten Jahr die Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz sowie die Olympischen Spiele in Peking bringen. Unterstützt wird Zeitz dann auch von der neuen Produktmanagerin Melody Harris-Jensbach, die von Esprit zu Puma wechselt. Die 46 Jahre alte Managerin übernimmt zum 1. Januar 2008 die Bereiche Produktentwicklung und -design und wird auch stellvertretende Vorstandsvorsitzende. Sie ersetzt Martin Gänsler, der sich nach mehr 25 Jahren bei Puma den Angaben zufolge anderen Dingen widmen will.

          Von August nächsten Jahres an wird der Puma-Vorstand zudem auf vier Mitglieder erweitert. Puma warb seinem größten Konkurrenten und dem Marktführer Nike den Manager Stefano Caroti ab. Caroti soll für den Vertrieb verantwortlich sein, ein Ressort, das zuvor Zeitz mit betreut hat. Zeitz wurde erst kürzlich in den erweiterten Vorstand der Muttergesellschaft PPR berufen und wird ohne Stimmrecht auch Mitglied des Board of Directors, das beratende Funktion hat.

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