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Puma : Luxuskonzern PPR übernimmt die Mehrheit

  • Aktualisiert am

Eingesackt: PPR kauft Puma ein Bild: ddp

Jetzt ist es endgültig: Der französische Unternehmer François-Henri Pinault übernimmt die Mehrheit bei Puma. Und er musste sein Angebot noch nicht einmal nachbessern.

          Der französische Luxusgüterkonzern PPR hält nach Ende der Angebotsfrist nun die Mehrheit an dem Sportartikelhersteller Puma. Insgesamt sicherte sich PPR 62,1 Prozent der Puma-Aktien zu einem Preis von 330 Euro je Aktie. Dies teilten beide Unternehmen am Dienstag mit.

          „Wir stehen am Anfang einer fruchtbaren Zusammenarbeit und werden nun gemeinsam unsere langfristig angelegte Strategie umsetzen“, ließ sich PPR-Vorstandsvorsitzender François-Henri Pinault zitieren. Puma sei eine Marke, wie PPR sie liebe. Sie sei sehr unternehmerisch, und sie habe sich als viel beachteter Marktführer auf dem Markt für Sport-Lifestyle durchgesetzt.

          Anfänge im Holzhandel

          Der Luxuskonzern hieß früher Pinault-Printemps-Redoute und gehört dem Unternehmer François Pinault. Dieser ist nicht nur der schärfste Konkurrent von Bernard Arnault, dem der Luxuskonzern LVMH gehört, sondern Pinault ist auch ein Symbol für das moderne französische Unternehmertum.

          Endlich am Ziel: PPR-Vorstandsvorsitzender François-Henri Pinault

          1962 gründete Pinault ein Holzhandelsunternehmen und expandierte dann in den Versandhandel (Redoute) und in die Warenhauskette Printemps. Seit 1999 dringt er in das Luxussegment vor und kauft Marken wie Gucci und Yves Saint Laurent. Heute führt das Unternehmen Pinaults Sohn François-Henri Pinault.

          Minderheitsbeteiligung seit Ostern

          Im vergangenen Jahr erzielte PPR einen Umsatz von 17,9 Milliarden Euro und einen Gewinn vor Steuern von 984 Millionen Euro. Puma dagegen errreichte im vergangenen Jahr einen konsolidierten Umsatz von knapp 2,4 Milliarden Euro und ein Ergebnis von 374 Millionen Euro vor Steuern.

          Der PPR-Konzern hatte sich über Ostern einen Anteil an Puma von 27 Prozent vom ehemaligen Großaktionär Mayfair gesichert und anschließend allen Aktionären ein Übernahme-Angebot unterbreitet. Vorstand und Aufsichtsrat des Sportartikelherstellers im fränkischen Ort Herzogenaurach unterstützten die Offerte von PPR.

          Puma-Chef Zeitz unterstützte die Offerte

          Die Puma-Aktie notierte am Dienstag in einem schwachen Marktumfeld an der Frankfurter Börse knapp ein Prozent im Plus bei 320 Euro. Die Aktien von PPR verteuerten sich an der Börse Nyse Euronext Paris um 0,6 Prozent auf 131,60 Euro.

          „Wir freuen uns, dass die Puma-Aktionäre mit ihrem Votum die Zusammenführung der Puma AG mit der PPR-Gruppe unterstützen und damit die Grundlage für eine erfolgreiche Kooperation geschaffen haben“, sagte Puma-Chef Jochen Zeitz.

          Zeitz führte Puma aus der Krise

          Puma sei nun ein Konzernunternehmen der PPR-Gruppe geworden. In seiner vierzehnjährigen Amtszeit als Puma-Chef holte Zeitz den biederen Schuhhersteller aus der Krise und machte die Produkte mit dem Puma als Logo zu einer begehrten Marke. Zuletzt überraschte er jedoch die Finanzwelt mit einer Senkung der Prognosen für das laufende Jahr. Bis dahin hatte er die Anleger stets mit steigenden Gewinnen und Erwartungen verwöhnt.

          Zeitz betonte, dass PPR langfristig die Strategie von Puma sichere und umso mehr Potential aus der
          Gruppenzugehörigkeit gezogen werden könne, je höher der PPR-Anteil an Puma sei.

          Aktionäre hofften auf mehr

          Die PPR-Offerte war jedoch bei den Aktionären zunächst auf wenig Gegenliebe gestoßen. Sie hatten auf ein höheres Angebot gehofft - vergeblich. PPR hatte an die Offerte keine Mindestannahmequote geknüpft und zeigte sich zufrieden mit dem Ausgang.

          In Herzogenaurach hatte schon der große Puma-Konkurrent Adidas Erfahrungen mit einem französischen Großaktionär gemacht. Heute jedoch ist das Unternehmen, das auch im Deutschen Aktienindex Dax gelistet ist, laut Deutscher Börse zu 100 Prozent im Streubesitz.

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