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Irischer Billigflieger : Ryanair-Mitarbeiter berichten von Psychoterror und Schikane

Ryanair-Chef Michael O’Leary Bild: dpa

Der irische Billigflieger wollte sich wandeln – daraus wurde nichts. Bei der Ryanair-Tochtergesellschaft Laudamotion drohen jetzt neue Streiks.

          4 Min.

          Auf Gewerkschafter war Michael O’Leary noch nie gut zu sprechen. Früher pflegte der Ryanair-Chef und Rambo der europäischen Luftfahrtbranche die Arbeitnehmervertreter als „bärtige Sandalenträger“ zu beschimpfe. Eher werde „die Hölle zufrieren“, als dass er sich mit solchen Leuten an einen Tisch setzen werde, um Tarifverträge für die mehr als 170.00 Mitarbeiter von Europas größter Billigflug-Airline auszuhandeln, prahlte der Ire.

          Marcus Theurer

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Vorwürfe, dass Ryanair ein Blutsauger sei, der seine Mitarbeiter ungestört von externen Arbeitnehmervertretern als scheinselbständiges Prekariat der Lüfte ausbeute, störten ihn dabei wenig. Im Grunde sei der Job eines Piloten in einem modernen Flugzeug doch kaum anspruchsvoller als der eines Busfahrers, hielt O’Leary dagegen. Doch dann musste der Ryanair-Chef eine demütigende Notlandung hinlegen: Er sah sich gezwungen, seinen über ein Vierteljahrhundert durchgehaltenen Gewerkschafts-boykott aufzugeben. Erstmals werde Ryanair mit diesen über Tarifverträge reden, kündigte er kurz vor Weihnachten 2017 an.

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