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Hauptstadtflughafen : BER-Prüfer spricht von Erpressung

  • Aktualisiert am

Blick in die Empfangshalle des Hauptstadtflughafens Bild: dpa

Auf der Großbaustelle des Hauptstadtflughafens hätten Baufirmen die Notlage des Flughafens ausgenutzt, sagt ein Flughafenmitarbeiter. Er spricht von „Erpressung“. Auch Siemens habe Arbeiten ohne Gegenleistung abgerechnet.

          Überhöhte Forderungen von Bauunternehmen und Zahlungen ohne Gegenleistung – Zeugen haben Details zu möglichen Missständen der Vergangenheit auf der Baustelle für den Hauptstadtflughafen BER ausgesagt. Der Leiter der Rechnungsprüfung der Flughafengesellschaft, Carsten von Damm, sprach vor dem Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses von „Erpressungssituationen“. Unternehmen hätten 2012 versucht, aus der Krise des Bauvorhabens Profite zu erzielen. Die Flughafengesellschaft sei „tendenziell häufiger eingeknickt, weil wir uns in einer schwierigen Situation befanden“. Zuvor war der zweite Eröffnungstermin geplatzt.

          Der Siemens-Konzern soll Planungen und Arbeiten für den Umbau der Entrauchungsanlage ohne Gegenleistung abgerechnet haben – nach Flughafenangaben geht es um 1,9 Millionen Euro.

          Herbststimmung vor dem Terminalgebäude

          Der inzwischen insolvente Gebäudetechniker Imtech soll Ende 2012 gar einen Vorschuss von mehr als 60 Millionen Euro erhalten haben, ohne das Rechnungen ausreichend geprüft wurden. 25 Millionen sollen direkt an Imtech, 41 Millionen an eine Arbeitsgemeinschaft, an der Imtech beteiligt war, geflossen sein. Siemens äußerte sich zunächst nicht. Nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe im August hatte der Konzern zusammen mit der Flughafengesellschaft Strafanzeige wegen möglichen Abrechnungsbetrugs gestellt, seitdem prüft die Staatsanwaltschaft Cottbus mögliche Untreue- und Betrugsfälle.

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