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Prozessauftakt : Anton Schlecker steht vor Gericht

  • Aktualisiert am

Galt einmal als „Drogeriemarkt-König“: Anton Schlecker am Montag vor Beginn Prozesses im Landgericht in Stuttgart. Bild: dpa

Der frühere Drogeriemarkt-Betreiber muss sich nun vor der Justiz verantworten. Er soll viel Geld beiseite geschafft und vor der Insolvenz geschützt haben. Und was ist aus den „Schlecker-Frauen“ geworden?

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          Der ehemalige Drogeriemarkt-Betreiber Anton Schlecker steht von 9 Uhr an diesem Montag an wegen des Vorwurfs des vorsätzlichen Bankrotts vor Gericht. Im vergangenen Jahr hatte die Staatsanwaltschaft Stuttgart Anklage gegen ihn erhoben.

          Schlecker soll sein Vermögen vor der Insolvenz vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt und Millionen beiseite geschafft haben. Zudem soll er in den Jahren 2009 und 2010 den Zustand des Unternehmens im Konzernabschluss falsch dargestellt und vor dem Insolvenzgericht falsche Angaben gemacht haben. Auf Bankrott stehen bis zu fünf Jahre Haft oder eine Geldstrafe, in einem besonderes schweren Fällen bis zu zehn Jahre Haft.

          25.000 Mitarbeiter waren einst beschäftigt

          Bei seiner Frau Christa und seinen beiden Kindern Meike und Lars geht es um mögliche Beihilfe zum Bankrott. Sohn und Tochter werden auch Insolvenzverschleppung und Untreue vorgeworfen. Sie sollen nach Angaben der Staatsanwaltschaft das Logistikunternehmen LDG als faktische Geschäftsführer um mehrere Millionen Euro geschädigt haben. Darüber hinaus sitzen zwei Wirtschaftsprüfer auf der Anklagebank.

          Ehemaliger Drogerie-König : Anton Schlecker drohen bis zu zehn Jahre Haft

          Ungefähr 9000 Filialen der Marken Schlecker und IhrPlatz gab es einmal, etwa 5500 davon in Deutschland. Die Räume waren größtenteils angemietet, die meisten dürften inzwischen einen neuen Nutzer gefunden haben. Doch genau weiß das niemand. Der österreichische Investor Rudolf Haberleitner wollte beispielsweise im Jahr 2013 bis zu 600 ehemalige Schlecker-Filialen mit dem Konzept eines modernen Tante-Emma-Ladens unter dem Namen Dayli wiederbeleben. Doch noch vor dem geplanten Start war Dayli pleite.

          Die Gewerkschaft Verdi half Schlecker-Mitarbeiterinnen, den sogenannten Schlecker-Frauen, sich mit Hilfe eines durch Spenden finanzierten Genossenschaftsmodells selbständig zu machen. Inzwischen sind nach Angaben der Arbeitnehmervertreter aber nur noch eine Handvoll dieser „Drehpunkt“-Geschäfte übrig.

          Nur wenigen der mehr als 25.000 deutschen Schlecker-Mitarbeitern gelang der Sprung in die Selbstständigkeit mit kleinen Drogeriemärkten. Die Bundesagentur für Arbeit bemühte sich damals um Hilfe. 2800 Angestellte kamen in anderen Drogerieketten unter, längst nicht alle in Vollzeitjobs. Doch bis die Bundesagentur im März 2013 ihr „Monitoring“ zur Jobsituation ehemaliger Schlecker-Angestellter beendete, konnte nur knapp die Hälfte der Entlassenen vermittelt werden, die mit Hilfe der Behörde auf Arbeitssuche gingen.

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