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Protestmarsch in Bochum : IG-Metall droht Nokia mit hartem Arbeitskampf

  • Aktualisiert am

IG-Metall-Vorsitzende Huber droht mit einem harten Arbeitskampf Bild: REUTERS

Rund 15.000 Menschen demonstrierten am Dienstagnachmittag in Bochum gegen die drohende Schließung des Nokia-Werks. IG-Metall-Chef Berthold Huber forderte die Konzernführung auf, die Pläne zurückzunehmen und drohte andernfalls mit massivem Widerstand.

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          An der Demonstration für den Erhalt des Nokia-Werks in Bochum nahmen am Dienstagnachmittag rund 15.000 Menschen teil. Wie die Polizei in Bochum mitteilte, handelt es sich dabei um eine vorläufige Schätzung.IG Metall und Betriebsrat hatten zu der Kundgebung aufgerufen. (Siehe auch Video: 15.000 demonstrieren für den Erhalt des Werkes in Bochum)

          IG-Metall-Vorsitzende Huber drohte dem Mobilfunk-Marktführer auf der Kundgebung mit einem harten Arbeitskampf, falls das Unternehmen an seinen Absichten festhalte. Der Parlamentarische Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Hartmut Schauerte, sagte den Nokia-Beschäftigten die Unterstützung der Bundesregierung zu.

          „Hinterfotziges Vorgehen“

          „Wir werden kämpfen, wenn der Konzern sich aus seiner Verantwortung stiehlt. Dem Management von Nokia muss klar sein: eine derartige Auseinandersetzung wird die Marke Nokia nicht ungeschoren lassen“, sagte Huber. Der Gewerkschaftschef warf Nokia vor, aus Profitsucht die Existenz tausender Beschäftigter vernichten zu wollen.

          Rund 2300 Beschäftigte sind von der drohenden Werksschließung betroffen

          Klammheimlich habe der Konzern die Schließung des Bochumer Werkes vorbereitet und ein neues Werk in Rumänien errichtet. „Das war ein ganz hinterfotziges Vorgehen“, meinte Huber. Nokia habe den Beschäftigen in Deutschland nicht die Pistole auf die Brust gesetzt, Nokia habe gleich geschossen.

          Nokia habe ein Image zu verlieren

          Der Gewerkschafter forderte den Konzern auf, die Entscheidung zurück zu nehmen und die Arbeitsplätze zu erhalten. Auch Schauerte mahnte den Konzernvorstand: „Nokia hat ein Image zu verlieren und nicht nur ein Image, sondern auch ein Geschäft. So geht man in Deutschland nicht miteinander um.“

          Der CDU-Politiker sagte, vorrangiges Ziel der Bundesregierung sei es, die Entscheidung von Nokia ganz oder zumindest in Teilen zu verändern. Dies könne nicht das letzte Wort sein. Falls Nokia aber an seinem Entschluss festhalte, sei der Konzern in der Verantwortung, der Region eine Zukunftsperspektive zu geben.

          Nokia hatte vor einer Woche mitgeteilt, seine Handyproduktion in Deutschland einzustellen und den Standort Bochum bis Mitte 2008 zu schließen. Rund 2300 Beschäftigte sind betroffen, zudem sind bis zu 2000 Stellen bei Zulieferern und Leiharbeitern in Gefahr.

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