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Fortwährende Proteste : Gorillas auf Abwegen

  • -Aktualisiert am

So nicht! Proteste von Gorillas-Fahrern am Mittwoch in Berlin Bild: Getty

Die Proteste der Kuriere des Lebensmittel-Lieferdienstes hören nicht auf. Nun hat Gorillas angefangen, Protestierende zu entlassen. Deutschlands am schnellsten gewachsenes Start-up muss sich fragen, wie es weitergeht.

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          Wenn es regnet, ziehen sich Gorillas-Kuriere Butterbrot-Tüten unter die Socken. Da der Lieferdienst ihnen nur extragroße Regencapes und Regenhosen in Einheitsgrößen zur Verfügung stelle, lasse sich der Nässe sonst nicht beikommen, sagt die 26-jährige Anna Hicks. Die Ausrüstung, die auf einem großen Haufen bereitliege und von allen Kurieren geteilt werde, sei auch nicht immer intakt, fügt ihr Kollege Jakob Pomeranzev, 28, hinzu. Die Kuriere flickten sie dann, schon aus Selbstschutz. „Isolierband ist ein wirklich wichtiges Werkzeug.“

          Diese Verhältnisse haben zahlreiche Kuriere des Lebensmittel-Lieferdienstes auf die Straße getrieben. Schon seit Juni protestieren sie in Berlin. Regelmäßig kommt es dabei zu sogenannten „wilden“ Streiks – spontanen Arbeitsniederlegungen, oft in Verbindung mit der Blockade der Lagerhäuser, die dem Unternehmen als Lieferstützpunkte dienen. Zuletzt war das in dieser Woche der Fall: Rund 100 Beschäftigte und Unterstützer demons­trierten vor der Firmenzentrale. An einem der bestreikten Lagerhäuser in Berlin-Kreuzberg hatten die Protestierenden neben der in der linken Szene verbreiteten Parole „No pasarán“ (spanisch für „Sie werden nicht durchkommen“) mit Kreppband ein Transparent mit ihren Forderungen geklebt. „Faire Bezahlung für alle Arbeiter“ steht an erster Stelle, auch „Sicherere Arbeitsausrüstung“ ist einer der Punkte.

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