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Verivox Preisvergleichs-Seite : Pro Sieben Sat.1 zahlt 170 Millionen für Internetportal

  • Aktualisiert am

Investiert im Digitalbereich: Pro Sieben Sat. 1 Bild: Reuters

Wer den Stromanbieter wechseln will, schaut Preise im Internet oft auf Verivox nach. Das Portal bekommt jetzt einen neuen Eigentümer: Pro Sieben Sat.1. Warum das Medienhaus Verivox so spannend findet - trotz erst kürzlich ausgeräumter Kartellvorwürfe.

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          Der Medienkonzern Pro Sieben Sat.1 will sein Internetgeschäft ausbauen und übernimmt das bekannte Vergleichsportal Verivox. Verivox bietet hauptsächlich Preisvergleiche für Energie an und wird von Verbrauchern häufig konsultiert, wenn sie über einen Wechsel des Strom- oder Gasanbieters nachdenken. Aber auch Vergleiche von Konditionen im Bereich Telekommunikation, Versicherungen oder Immobilien bietet Verivox an.

          Pro Sieben Sat.1 will über seine Tochtergesellschaft 7 Commerce 80 Prozent der Verivox-Anteile erwerben, teilte das Unternehmen am Freitag in München mit. Der Kaufpreis beläuft sich auf 170 Millionen Euro zuzüglich einer variablen Komponente, deren Höhe ans operative Ergebnis des laufenden Jahres von Verivox geknüpft sei. Sie soll sich auf maximal 40 Millionen Euro belaufen.

          Es wäre die bislang größte Einzelübernahme der Digitalsparte des Medienkonzerns. Verkäufer ist eine Eigentümergruppe um den Finanzinvestor Oakley Capital, die einen Minderheitsanteil behält. Das Bundeskartellamt muss dem Geschäft noch zustimmen.

          Pro Sieben Sat.1 will unabhängiger von Werbung werden

          Pro Sieben Sat.1 setzt zunehmend aufs E-Commerce-Geschäft und möchte sich sich so unabhängiger von Werbeerlösen machen. Schon seit längerem wird dem Konzern ein Interesse an dem Vergleichsportal nachgesagt. „Verivox verfügt über ein hervorragendes Wachstumspotenzial und ist eine sehr attraktive Marke“, erklärte der Digital-Vorstand von Pro Sieben Sat.1, Christian Wegner.

          Verivox war zuletzt in die Schlagzeilen geraten, weil dem Portal Preisabsprachen mit Energieversorgern vorgeworfen worden waren. Das Bundeskartellamt hatte jedoch am Ende keine Bedenken gegen das Geschäftsmodell von Verivox und sprach es im Juni von den Vorwürfen frei. In der derzeitgen Ausgestaltung, wie sie Verivox dargelegt habe, und unter Berücksichtigung der Marktverhältnisse bestünden gegen die betreffenden Datenprodukte und Tarifoptimierungsdienstleistungen keine kartellrechtlichen Bedenken.

          Auch Ermittlungen wegen der sogenannten Bestpreisklauseln wurden eingestellt. Diese sollen für Vergleichsportale sicherstellen, dass ein Nutzer bei diesem immer den besten Preis findet. Diese Klauseln waren zunächst dem Hotelpotal HRS vom Bundeskartellamt untersagt und diese Entscheidung im Januar vom Oberlandesgericht Düsseldorf bestätigt worden. Verivox hatte daraufhin die Klauseln aus den bestehenden Verträgen entfernt und erklärt, künftig auch keine solchen Klauseln mehr zu vereinbaren.

          Kurs steigt seit Stefan Raabs Rücktritt

          Die Aktionäre sind mit der Übernahme zufrieden. Der Prosieben-Kurs lag am Vormittag leicht im Plus und setzte damit einen Aufwärtstrend vort, der schon am Nachmittag nach dem Abgang von Showstar Stefan Raab begonnen hatte.

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