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Profitable Bahn-Tochter : Neun Tage Frist für Arriva-Interessenten

  • Aktualisiert am

Ein Arriva-Zug an einem ländlichen Bahnübergang in Dänemark. Bild: obs

Im Kampf gegen die Schulden will die Bahn ihr umsatzstarkes internationales Tochterunternehmen Arriva verkaufen: Was zuerst nur gemutmaßt wurde, wird jetzt konkret. Und auf einmal soll alles sehr schnell gehen.

          Der von der Deutschen Bahn angekündigte Verkauf ihrer internationalen Tochtergesellschaft Arriva wird konkret. Interessenten sollen sich bis zum 3. Mai bei der Citigroup und der Deutschen Bank melden, die die Bahn als Berater engagiert hat, wie aus einer am Mittwoch in der „Financial Times“ erschienen Anzeige hervorgeht. Die Bahn favorisiere einen vollständigen Verkauf von Arriva auf einen Schlag. Diese Option genieße klare Priorität, hieß es in der Anzeige. Der Konzern könne die Nahverkehrstochter aber auch in Teilen verkaufen oder an die Börse bringen.

          Die Nachrichtenagentur Reuters hatte Mitte April berichtet, dass die Bahn eine vollständigen Verkauf von Arriva an Investoren bevorzugt. Das Unternehmen mit Sitz in Großbritannien war 2010 von der Bahn gekauft worden. Es erzielt mit über 50.000 Mitarbeitern europaweit einen Umsatz von mehr als fünf Milliarden Euro. Die Firma könnte aber von den Turbulenzen rund um den geplanten Brexit getroffen werden. Dies macht auch eine Bewertung von Arriva schwer, die in der Bahn-Bilanz mit einem Buchwert von knapp zwei Milliarden Euro steht.

          Die Bahn ächzt unter einem wachsenden Schuldenberg. Bei einem Mehrheitsverkauf von Arriva würden auch die Ende des Jahres erwarteten Schulden von gut einer Milliarde Euro der Nahverkehrstochter aus der Bahn-Bilanz genommen. Der Bahn-Aufsichtsrat hatte den Vorstand im März beauftragt, Optionen zur Begrenzung der Schulden von derzeit fast 20 Milliarden Euro vorzulegen. Die Bahn muss bis 2023 eine Lücke von rund fünf Milliarden Euro füllen. Allein dieses Jahr fehlen etwa 2,2 Milliarden.

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