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Probleme mit dem A400M : EADS sieht Gewinnziel in Gefahr

  • Aktualisiert am

Modell des neuen militärischen Transportflugzeuges A400M Bild: dpa

EADS sieht wegen der Probleme mit dem Militärtransporter A400M sein Gewinnziel für das Gesamtjahr in Gefahr. Ende September war der Erstflug des A400M auf unbestimmte Zeit verschoben worden - wegen eines noch nicht einsetzbaren Triebwerks.

          Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS sieht wegen der Probleme mit dem Militärtransporter A400M sein Gewinnziel für das Gesamtjahr in Gefahr. Zwar hob das Management die Prognose für den Gewinn vor Zinsen, Steuern, Firmenwertabschreibungen und außerordentlichen Posten - bei EADS als Ebit bezeichnet - von 1,8 auf mehr als 1,8 Milliarden Euro leicht an. Allerdings seien weitere Belastungen durch das A400M-Programm darin nicht enthalten, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Die Ergebnisprognose beruht auf der Annahme eines Euro-Wechselkurses von 1,45 Dollar zum Jahresende. Sollte sich der Kurs verschlechtern, würde das Ergebnis belastet.

          Ende September wurde der noch für das laufende Jahr geplante Erstflug des A400M auf unbestimmte Zeit verschoben und mit einem noch nicht einsetzbaren Triebwerk begründet. Welche Auswirkungen dies auf die Finanzen des Programms hat, teilte EADS noch nicht mit. Exakte Angaben darüber könnten erst gemacht werden, wenn ein neuer Termin feststehe und mit den Kunden gesprochen worden sei, hieß es.

          Unter dem Strich ein Gewinn

          In den ersten neun Monaten kletterte das Ebit von minus 353 Millionen auf plus 2,02 Milliarden Euro. Der Umsatz legte um sieben Prozent auf 29,4 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 1,08 Milliarden Euro nach einem Verlust von 705 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Die größte Konzerntochter Airbus steigerte ihre Erlöse in den ersten drei Quartalen um drei Prozent auf 19,4 Milliarden Euro. Das Ebit des Flugzeugbauers kletterte von minus 677 Millionen auf 1,5 Milliarden Euro.

          Die Nettoliquidität sei mit neun Milliarden Euro auf Rekordniveau, hieß es in der Mitteilung. Zudem verfüge der Konzern über ungenutzte Kreditlinien in Höhe von drei Milliarden Euro. Der Free Cash Flow soll vor dem Einfluss von Kundenfinanzierungen auf mehr als 2 Milliarden Euro steigen und damit doppelt so hoch ausfallen wie bisher angenommen.

          Für das Gesamtjahr prognostizierte EADS darüber hinaus mehr als 850 Flugzeugbestellungen und über 470 Auslieferungen. Allerdings muss der Konzern beim derzeitigen Finanzmarktumfeld einigen seiner Kunden bei der Finanzierung der Flugzeuge unter die Arme greifen. Die Anfragen seien derzeit noch überschaubar, erklärte EADS. Das Unternehmen werde seine Kunden jedoch „restriktiv und diskret unterstützen, wo dies sinnvoll ist“, hieß es. Das Management um den Vorstandsvorsitzenden Louis Gallois wollte sich eigentlich aus diesem Bereich heraushalten.

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