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Probleme bei Bosch : Der Fehler liegt in Schwäbisch Gmünd

  • -Aktualisiert am

So sieht es aus, wenn der 1er BMW gefertigt wird. Bild: dapd

Fehlende Teile von Bosch sorgen bei BMW für Produktionsprobleme. Sie werden in der Nähe von Stuttgart gefertigt – wo es in der Vergangenheit immer wieder zu Protesten der Beschäftigten kam.

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          Ein fehlendes Gussteil für Lenkgetriebe sorgt beim Autobauer BMW für Produktionsausfälle. Das fehlende Druckgussgehäuse des italienischen Lieferanten verbaut Bosch. „Unser Lieferant Bosch ist zurzeit nicht in der Lage, uns mit einer ausreichenden Zahl von Lenkgetrieben für die BMW 1er, 2er, 3er und 4er Reihe zu beliefern“, sagte Einkaufsvorstand Markus Duesmann in München.

          Die elektrischen Lenkgetriebe für BMW werden von Bosch AS in Schwäbisch Gmünd gefertigt. Die Probleme seien vergangene Woche aufgetreten, sagte eine Bosch-Sprecherin. Den Namen des italienischen Lieferanten nannte sie nicht. Sowohl Mitarbeiter von Bosch als auch von BMW seien in Italien vor Ort, um den Lieferengpass zu beheben. Woran es genau hakt, wollte die Sprecherin nicht sagen. „Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung, um den Lieferengpass schnellstmöglich zu beenden.“

          Bosch Automotive Steering war bis 2015 ein Gemeinschaftsunternehmen von Bosch und dem Zulieferer ZF Friedrichshafen und firmierte unter dem Namen ZF Lenksysteme. Der Bosch-Standort in Schwäbisch Gmünd hat rund 5500 Mitarbeiter. Davon sind 2000 in der Zentrale tätig, also in der Verwaltung und in Entwicklungsabteilungen, und 3500 im Werk. Auf der ganzen Welt hat die Firma rund 15.000 Beschäftigte.

          In Schwäbisch Gmünd kam es seit vergangenem Jahr immer wieder zu Protesten der Beschäftigten, weil das Stiftungsunternehmen an dem Standort Stellen streicht. Im April dieses Jahres einigten sich dann beide Seiten – Unternehmensleitung und Betriebsrat – darauf, dass an dem Standort 760 von rund 3500 Stellen abgebaut werden. Betriebsbedingte Kündigungen soll es aber bis Ende 2022 nicht geben. Die Stellen sollen etwa durch Altersteilzeit und Vorruhestandsregelungen abgebaut werden. Die Bosch-Tochterfirma begründete den Stellenabbau mit einem Preisverfall bei Fahrzeug-Lenkungen.

          BMW gibt sich zuversichtlich

          Wegen der Lieferprobleme von Bosch ist die Fertigung von BMW in München, Leipzig und im Werk Tiexi im chinesischen Shenyang deshalb stark eingeschränkt. In Rosslyn in Südafrika seien eigentlich erst für Herbst geplante Wartungsarbeiten vorgezogen worden. „Wir gehen davon aus, dass Bosch als der verantwortliche Lieferant für den uns entstandenen Schaden einstehen wird“, sagte Duesmann.

          Die Höhe des Schadens war zunächst unklar. Die Bosch-Sprecherin sagte zu dem Thema, man werde mit BMW eine Lösung finden. Ein BMW-Sprecher sagte, wegen des Engpasses seien bislang mehrere tausend Fahrzeuge nicht wie geplant gebaut worden. Ein Großteil davon lasse sich jedoch nachholen. Wie lange das Problem anhält, sei allerdings noch offen. Man hoffe noch, dass Kunden nicht länger auf bestellte Autos warten müssen.

          Duesmann erklärte: „Wir nutzen die Flexibilität, die wir in unseren Prozessen haben, um den wirtschaftlichen Schaden zu minimieren.“ In Leipzig ist der Bau des 1er und 2er BMW betroffen, im Stammwerk München der Bau des 3er und 4er, in China und Südafrika der 3er. Die Fertigung des Minis, der X-Modelle und der größeren Baureihen 5er, 6er und 7er sei nicht beeinträchtigt, berichtete Duesmann und fügte hinzu: „Ich bin zuversichtlich, dass die Firma Bosch die aktuellen Lieferprobleme zügig in den Griff bekommt. Als einer unserer langjährigsten, größten und grundsätzlich zuverlässigsten Lieferanten ist das Unternehmen zweifellos in der Lage, auch diese schwierige Situation zu bewältigen.“

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