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Privatbank Frey : Zweite Schweizer Bank schließt nach Steuerstreit mit Amerika

  • Aktualisiert am

Wieder gibt eine Schweizer Bank auf Bild: dpa

Im Steuerstreit mit den Vereinigten Staaten gibt eine weitere Schweizer Bank auf. Nach Wegelin stellt auch die Privatbank Frey ihre Geschäfte ein. Die Bank sei aber „finanziell gesund“ und werde nicht „liquidiert“.

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          Nach der ältesten Schweizer Bank Wegelin gibt ein weiteres Geldinstitut im ehemaligen Steuerparadies auf: Die Privatbank Frey kündigte am Donnerstagabend in Zürich an, sie werde ihre Geschäftstätigkeit einstellen. Zu den Gründen zählten die „kaum mehr zu tragenden Auflagen“ infolge des Steuerstreits mit den Vereinigten Staaten, heißt es in einer Erklärung der Bank.

          Frey & Co kümmert sich vor allem um das Geld reicher Privatkunden, etwa aus den Vereinigten Staaten. In den Vereinigten Staaten läuft ein Verfahren wegen des Verdachts auf Beihilfe zur Steuerhinterziehung gegen die Bank. Die Entscheidung, die Banktätigkeit einzustellen, sei von einer außerordentlichen Generalversammlung auf Antrag des Verwaltungsrates getroffen worden, teilte Frey & Co mit.

          Die Bank sei „finanziell gesund“, sie werde nicht „liquidiert“, betonte Verwaltungsratspräsident Markus Frey. Ebenso sei „herauszustreichen“, dass die Bank Frey in den Vereinigten Staaten weder angeklagt sei, noch bedroht, angeklagt zu werden. Die Kosten und Aufwendungen infolge des Steuerstreits erreichten aber ein Ausmaß, das für kleine Banken nicht mehr tragbar sei. Frey & Co verwaltet Vermögen in Höhe von rund zwei Milliarden Schweizer Franken (1,6 Milliarden Euro).

          Im Januar hatte die Bank Wegelin ihr Aus verkündet. Das 1741 gegründete Institut hatte sich der Beihilfe zur Steuerhinterziehung in den Vereinigten Staaten schuldig bekannt und zugestimmt, eine Strafe in Höhe von 74 Millionen Dollar zu zahlen. Bereits ein Jahr davor verkaufte sie ihr nicht-amerikanisches Geschäft an die Schweizer Raiffeisen Bankengruppe.

          Weitere rund 100 Schweizer Banken sind derzeit dabei, im Rahmen eines im Sommer vereinbarten Abkommens ihre Geschäfte mit amerikanischen Kunden gegenüber den amerikanischen Behörden offenzulegen. Sie müssen ebenfalls mit hohen Geldstrafen rechnen, die umso höher ausfallen dürften je länger sie nach dem sogenannten UBS-Steuerstreit noch amerikanische Gelder angenommen haben. Für kleinere Institute könnten die Geldstrafen das Aus bedeuten. Die Schweizer Großbank UBS hatte sich 2009 mit 780 Millionen Dollar und der Herausgabe von Kundennamen freigekauft.

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