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Prämie für Porsche-Mitarbeiter : 9700 Euro für jeden

Da klingelt die Kasse: Die Porsche-Mitarbeiter können sich über eine Prämie von fast 10.000 Euro freuen. Bild: dpa

Trotz Coronakrise und Gewinnrückgang gibt es für jeden Porsche-Angestellten wie im Vorjahr fast 10.000 Euro. Doch einen Teil davon sollen die Mitarbeiter nun spenden.

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          Die Erfolgsprämien von Porsche sind legendär – weil sie sehr hoch sind und weil jeder Mitarbeiter das Gleiche bekommt. Trotz Gewinnrückgang und Coronakrise kündigt der Sportwagenbauer nun an, dass es wie im Vorjahr 9700 Euro Prämie gibt, davon 700 Euro als Sonderbeitrag zur Altersvorsorge.

          Susanne Preuß
          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Diese freiwillige Sonderzahlung sei zwischen Vorstand und Betriebsrat schon zu Beginn des Jahres vereinbart worden, heißt es bei Porsche – damals war von einer Corona-Pandemie noch nichts zu erkennen. Jetzt wird die Zahlung mit einem Spendenaufruf an die etwa 27.000 Mitarbeiter verknüpft: Sie sollen an gemeinnützige Organisationen spenden, etwa über „Porsche hilft“.

          „Kaufkraft für den Wiederanlauf“

          Das Spendenvolumen dieses Programms werde zugleich um fünf Millionen Euro aufgestockt. Es umfasse unter anderem Maßnahmen zur Beschaffung von medizinischer Ausrüstung, aber auch die Entsendung von Fachleuten in die Krisenstäbe. Aus der eigenen Tasche spende auch der Vorstand insgesamt eine halbe Million Euro.

          „Die Erfolgsbeteiligung in diesem Jahr steht für Solidarität genauso wie für Steuerleistungen und Kaufkraft für den Wiederanlauf“, wird Porsche-Vorstandschef Oliver Blume in einer Mitteilung des Stuttgarter Unternehmens zitiert. Wie bei anderen Autoherstellern ruht auch bei Porsche derzeit die Arbeit, die Produktionsmitarbeiter sind größtenteils in Kurzarbeit. Das vergangene Jahr hatte der Sportwagenbauer dank starker Verkaufszahlen mit einem Rekordumsatz von 28,5 Milliarden Euro abgeschlossen. Unterm Strich blieb ein Gewinn von 2,8 Milliarden Euro, zehn Prozent weniger als im Vorjahr. Das ist vor allem auf ein Bußgeld von mehr als einer halben Milliarde Euro zurückzuführen, das Porsche im Zusammenhang mit dem Dieselskandal bezahlen musste.

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