https://www.faz.net/-gqe-9b5f6

Nach Gewinnwarnung : Post-Vorstandsmitglied Gerdes muss gehen

Jürgen Gerdes verlässt den Post-Vorstand. Bild: dpa

Nach dem Gewinneinbruch im Brief-und Paketgeschäft zieht die Deutsche Post personelle Konsequenzen. Manager Gerdes verlässt den Vorstand – ein Nachfolger ist schon bestimmt.

          Nach der überraschenden Gewinnwarnung der Deutschen Post gibt Vorstandsmitglied Jürgen Gerdes sein Amt auf. „Aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die strategische Schwerpunktsetzung des Unternehmens“ lege der Manager sein Mandat mit sofortiger Wirkung nieder, teilte der Konzern am Dienstagabend mit. Gerdes scheidet Ende Juni aus dem Konzern aus.

          Helmut  Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Thomas Ogilvie, Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Deutschen Post, soll künftig den Streetscooter zum Erfolg steuern. Der Aufsichtsrat hat ihm als Nachfolger von Jürgen Gerdes zusätzlich das Innovationsressort „Corporate Incubations“ übertragen.

          Gerdes hatte im Vorstand 11 Jahre lang das Traditionsgeschäft mit Briefen und Paketen verantwortet, bevor er sich Anfang April ganz auf den Streetscooter konzentrierte. Viele Jahre sehr erfolgreich, wird der 53 Jahre alte Gerdes, dessen Vertrag bis Juni 2020 läuft, für den jüngsten Rückschlag und den dadurch ausgelösten heftigen Kursrutsch der Postaktie verantwortlich gemacht.

          Aufsichtsratschef Nikolaus von Bomhard lobte seine kundenorientierten Innovationen, mit denen er den Konzern auch auf den Feldern Digitales, E-Mobilität und Automatisierung vorangebracht habe. Wegen der Schwierigkeiten im Brief- und Paketgeschäft hat die Post ihre Gewinnziel für dieses Jahr um eine Milliarde Euro kappen müssen. Der 41 Jahre alte Ogilvie ist seit knapp einem Jahr Personalvorstand. Mit den Innovationsprojekten sei er aus seiner vorhergehenden Tätigkeit für die Konzernstrategie eng vertraut, heißt es.

          Weitere Themen

          Stillstand beim BVG Video-Seite öffnen

          Warnstreiks im Berufsverkehr : Stillstand beim BVG

          Wegen der laufenden Tarifverhandlungen kommt es zu Warnstreiks der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Die Menschen in der Hauptstadt mussten deswegen im morgendlichen Berufsverkehr auf U-Bahn, Straßenbahn und die meisten Busse verzichten.

          Topmeldungen

          Streit um Notstandserklärung : Donald Trumps taktischer Fehler

          Donald Trump missbraucht mit dem Notstand seine Macht – sagen seine Kritiker. In Wahrheit gehe es Amerikas Präsidenten um andere Dinge. Ob ihm die Verordnung wirklich nützt, ist zweifelhaft. Auch aufgrund einer bestimmten Aussage.
          Populärer Sport: Klettern in Hallen wird immer beliebter

          Alpenverein in der Grauzone : Das große Geschäft mit den Kletterhallen

          Klettern in Hallen wird in Deutschland immer beliebter. Doch der Deutsche Alpenverein nutzt die Gemeinnützigkeit aus und bringt Privatinvestoren gegen sich auf. Die finden: „Der DAV ist wie eine Krake.“ Was steckt dahinter?
          Keine Nachfrage: Airbus stellt den A380 ein.

          Zukunft der Luftfahrt : Warum der Airbus A380 scheiterte

          Das größte Passagierflugzeug der Welt wird eingestellt. Im FAZ.NET-Digitec-Podcast diskutieren wir, wie es dazu kam – und welche Fehleinschätzungen sich die Führung von Airbus leistete.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.