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Porto : Post hebt Preise kräftig an

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Die Deutschen verschicken immer mehr Pakete. Bild: dpa

Wer Bücher und andere Waren mit der Post verschickt, muss demnächst deutlich tiefer in die Tasche greifen. Dafür hat das Unternehmen auch eine Begründung.

          Wer Bücher und leichte Waren mit der Deutschen Post verschickt, muss von Juli an tiefer in die Tasche greifen. Nach dem Gewinnrutsch in seiner Brief- und Paketsparte, die seit Jahresbeginn durch stark gestiegene Kosten in Bedrängnis gekommen ist, langt der Bonner Konzern ordentlich zu.

          Für Büchersendungen mit 500 Gramm Höchstgewicht steigt der Preis um ein Fünftel auf 1,20 Euro. Das Porto für die „Warensendung Kompakt“ (bis 50 Gramm) verteuert sich sogar um 44 Prozent von 0,90 auf 1,30 Euro. Moderater fallen die Preiserhöhungen für Bücher bis 1000 Gramm (1,70 statt 1,65 Euro) und bis zu 500 Gramm schwere Warensendungen (2,20 statt 1,90 Euro) aus. Für letztere gewährt die Post zugleich höhere Nachlässe, so dass die Kosten für Vielversender mit Rabattanspruch gleich bleiben.

          Der Bonner Briefriese begründet die Verteuerungen mit der allgemeinen Inflation, höherem Transportaufwand und steigenden Investitionen. Die letzte Preiserhöhung für Bücher- und Warensendungen liege fünf Jahre zurück. Im Vergleich zur Konkurrenz bewegten sich die Entgelte „auf Durchschnittsniveau“, hieß es in einer Mitteilung vom Freitag.

          Mehr Pakete, weniger Briefe

          Anders als beim Briefporto kann die Post bei den Preisen für Bücher- und Warensendungen sowie Pakete ohne Genehmigung der Marktaufsicht agieren. Das zuletzt von 62 auf 70 Cent angehobene Porto für den Standardbrief und die Preise für alle übrigen Briefprodukte bleiben vorläufig unverändert. Sie waren Anfang 2016 nach oben geschraubt und für drei Jahre festgeschrieben worden.

          Den nächsten Preisantrag will die Post bei der Bundesnetzagentur erst im Herbst für eine Anhebung zum Jahreswechsel stellen. Bei einem Investorentag vor zwei Wochen hatte Appel eine weitere Erhöhung angekündigt. Der Spielraum dafür richtet sich seit 2015 unter anderem danach, welche Renditen die Postgesellschaften in anderen EU-Staaten erzielen. Mit dieser Gesetzesänderung hatte die Bundesregierung die vergangene starke Portoanhebung ermöglicht. Sie hat der Post hohe Zusatzeinnahmen beschert und die Umsatzverluste infolge stetig rückläufiger Briefmengen teilweise ausgeglichen.

          Den sich Ende des Jahres bietenden Erhöhungsspielraum will Appel möglichst auf einen Schlag ausschöpfen. Während das Paketaufkommen jedes Jahr um 5 bis 7 Prozent wächst, erwartet die Post für den Briefmarkt auch in den kommenden Jahren Minusraten von 2 bis 3 Prozent. Damit sinkt ihre Briefmenge langsamer als in den meisten anderen EU-Staaten.

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