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Auf der Hauptversammlung : So rechtfertigt der Post-Chef die Anhebung des Briefportos

Post-Chef Frank Appel am Mittwoch in Bonn Bild: AFP

Ab Juli soll das Verschicken von Briefen teurer werden. Auf der Hauptversammlung erklärt Post-Chef Frank Appel, warum das notwendig ist und bekräftigt die ambitionierte Gewinnprognosen.

          Die Deutsche Post DHL sehnt die anstehende Erhöhung des Briefportos herbei. Jedes Jahr sinke das Briefvolumen um 2 bis 3 Prozent, gleichzeitig stiegen die Löhne und Transportkosten, sagte Vorstandsvorsitzender Frank Appel auf der Hauptversammlung in Bonn. „Da ist ein angemessener Spielraum für höhere Preise zwingend“, rechtfertigte er die Pläne. Die Verteuerung sei eine Voraussetzung für Investitionen in bessere Qualität und eine gute Bezahlung.

          Christine Scharrenbroch

          Freie Autorin im Wirtschaftsteil.

          Im Durchschnitt gibt ein deutscher Haushalt monatlich 2,34 Euro für Briefe aus, wie Appel berichtete. Der zum 1. Juli geplante Preisanstieg von im Schnitt 10,6 Prozent bedeute eine „vertretbare“ Zusatzbelastung von 24 Cent. Die Post kann das von der Bundesnetzagentur vorgeschlagene Preiserhöhungspotenzial von 10,6 Prozent quer über ihre Produkte wie Standard- und Kompaktbrief sowie Postkarte verteilen. Vor allem der Standardbrief dürfte deutlich teurer werden. Beobachter halten eine Anhebung von derzeit 70 Cent auf bis zu 90 Cent für möglich. Ihre endgültige Entscheidung will die Bundesnetzagentur Ende Mai treffen.

          Auch mit Blick auf die Portoerhöhung bekräftigte der Post-Chef seine Zuversicht, „dass wir unsere Ziele für dieses und das nächste Jahr erreichen werden“. Das Unternehmen werde 2019 einen großen Schritt nach vorne machen. Appel sieht die Weichen richtig gestellt, um das operative Ergebnis (Ebit) in diesem Jahr von zuletzt 3,2 Milliarden Euro auf 3,9 bis 4,3 Milliarden Euro zu steigern. Im kommenden Jahr soll das Ebit dann weiter auf 5 Milliarden Euro klettern. Das sei „ambitioniert, aber nicht überhöht.“ 

          Das vergangene Jahr sei für die Post schwierig gewesen, räumte Appel mit Blick auf den Gewinnrückgang ein. „Die Probleme, die wir hatten, waren hausgemacht.“ Im deutschen Paketgeschäft waren dem Konzern die Kosten davongelaufen. Die eigenen Fehler seien korrigiert worden, unterstrich Appel. Die eingeleitete Restrukturierung des Traditionsgeschäfts kommt ihm zufolge gut voran, auch wenn die vom neuen Vorstandsmitglied Tobias Meyer geführte Sparte noch „große Schritte“ machen müsse. Auf die Krise in ihrem hiesigen Brief- und Paketgeschäft hatte die Post unter anderem mit einem bis zu 500 Millionen Euro teuren Vorruhestandsprogramm für Beamte reagiert. Die Produktivität soll verbessert, die Zustellung neu organisiert werden.

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