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Autohersteller im Wandel : Porsche setzt auf Elektromobilität

Porsche-Vorstandschef Blume ist optimistisch angesichts der guten Bilanzzahlen. Einen Stellenabbau hat sein Unternehmen nicht geplant. Bild: dpa

Andere VW-Marken bauen Personal ab, Porsche hält dagegen. Die Elektromobilität sieht man in Stuttgart als Job-Motor. Doch ohne Reformen geht es nicht.

          Der Sportwagenbauer Porsche will mit einem sogenannten „Ergebnisprogramm“ dafür sorgen, dass auch künftig eine Umsatzrendite von mindestens 15 Prozent erzielt wird. „Das brauchen wir, um den Wandel zu gestalten“, sagte Porsche-Finanzvorstand Lutz Meschke bei der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart. Von einem „Sparprogramm“ sprach er nicht, sondern erklärte, es gehe um einen Mix aus Effizienzsteigerungen und der Erschließung neuer Ertragsquellen. So soll das Ergebnis bis zum Jahr 2025 um 6 Milliarden Euro verbessert werden, in den Jahren danach soll der Effekt jährlich 2 Milliarden Euro betragen.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Das sei eine „Riesen-Herausforderung“, heißt es bei Porsche zu dem Programm, das acht Handlungsfelder von den Materialkosten bis hin zur Variantenvielfalt umfasst. „Wir haben schon 1200 konkrete Maßnahmen beschrieben“, sagte Porsche-Vorstandschef Blume. Dabei setzt Porsche auch auf die Digitalisierung der Prozesse in der Produktion, besonders aber auch in der Entwicklung und auch im indirekten Bereich: Dort sollen beispielsweise die Reisekosten durch den Einsatz von Videokonferenzen um 50 Prozent reduziert werden.

          Ein Personalabbau ist dagegen nicht vorgesehen. Im Gegenteil: „Die Elektro-Mobilität ist für uns ein Job-Motor“, sagt Porsche-Chef Blume. Allein für den Taycan, mit dem Porsche Ende dieses Jahres auf den Markt kommt, entstünden allein am Stammsitz in Stuttgart-Zuffenhausen 1500 zusätzliche Arbeitsplätze. In welchem Umfang angesichts der hohen Nachfrage (jüngst wurde schon über 20.000 Vorbestellungen berichtet) die Kapazitäten ausgebaut werden, entscheide man, wenn der Taycan tatsächlich auf dem Markt sei. Eine Variante als Limousine ist schon geplant, auch der Geländewagen Macan soll als Elektroauto gebaut werden.

          Zuwächse kommen auch aus China

          „Im Jahr 2025 wird jeder zweite Porsche elektrisch sein“, kündigte Blume an. Darin enthalten sind allerdings auch die Hybrid-Modelle. Vor allem wegen der Batterien werden die Kosten für den Taycan aber 10.000 Euro höher sein. Das könne und wolle man nicht auf die Kunden abwälzen, sagte Finanzvorstand Meschke – auch das zeige die Notwendigkeit für das „Ergebnisprogramm“. Ansonsten, so betonte er, agiere man jetzt aus einer Position der Stärke, mit acht Rekordjahren in Folge. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um 10 Prozent auf 25,8 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legt unterproportional um 4 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro zu, weshalb die Umsatzrendite von 17,6 auf 16,6 Prozent zurückging. „Damit zählen wir nach wie vor zu den erfolgreichsten Autobauern der Welt“, betonte Blume.

          Mit einem Ergebnis nach Steuern von 3,1 Milliarden Euro trägt die Porsche AG rund ein Viertel zum Ergebnis des Volkswagen-Konzerns bei. Auch für 2019 erwartet Porsche Zuwächse, unter anderem auch aus China, dem seit drei Jahren drittstärksten Markt. Von den insgesamt 256.255 verkauften Autos wurden zuletzt gut 80.000 nach China geliefert. Porsche beschäftigte zum Jahresende 32.325 Mitarbeiter, rund 2500 mehr als ein Jahr zuvor.

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