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Porsche : Macht vor Wechsel in VW-Vorstand

Porsche-Chef Michael Macht Bild: dpa

Mit der Karriere von Michael Macht geht es möglicherweise steiler bergauf, als er es selbst jemals für möglich gehalten hatte. Der 49 Jahre alte Manager war erst im vergangenen Jahr an die Spitze des Porsche-Konzerns gerückt. Nun hat er offenbar gute Chancen, in den VW-Vorstand zu kommen. Wer ihm an der Porsche-Spitze nachfolgen könnte, ist offen.

          VW hatte den Kampf mit Porsche im Sommer 2009 für sich entschieden und besitzt inzwischen knapp 50 Prozent der Stuttgarter Sportwagenschmiede, die im kommenden Jahr vollständig unter das VW-Dach schlüpfen soll.

          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Noch gibt es keinen Beschlussvorlage und auch intern keine Entscheidung über die Berufung Machts in den VW-Vorstand. Aber dem Vernehmen nach gibt es dazu sehr konkrete Überlegungen. Demnach könnte Macht früher oder später das Produktionsressort im Volkswagen-Vorstand übernehmen, das seit 2007 von Jochem Heizmann geführt wird. Schon seit Monaten wird darüber spekuliert, dass der 58 Jahre alte Heizmann eine neue Aufgabe im Konzern übernehmen soll. Bemängelt wird sein angeblich ruppiger Umgang mit Betriebsräten, die sich in ihren Mitwirkungsrechten in Produktions- und Produktivitätsfragen beschnitten sehen. Denkbar ist, dass Heizmann fortan für das Lastwagengeschäft verantwortlich zeichnet.

          Schließlich ist er erst jüngst zum stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden von Scania bestellt worden. An diesem schwedischen Lastwagenbauer ist VW maßgeblich beteiligt. Außerdem besitzen die Wolfsburger knapp 30 Prozent des Münchener Nutzfahrzeugherstellers MAN. Entgegen anderslautender Spekulationen ist nicht geplant, Heizmann zum Vorstandsvorsitzenden von MAN zu machen. Er soll wohl eher als Koordinator des Nutzfahrzeuggeschäfts agieren.

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          Macht gilt als Ziehsohn von Wiedeking

          Wer Macht an der Porsche-Spitze nachfolgen könnte, ist noch offen. Viele Beobachter glauben, dass Volkswagen einen Manager aus den eigenen Reihen nach Stuttgart-Zuffenhausen schickt. Denkbar ist aber auch, dass ein Porsche-Manager nach oben rückt. VW und Porsche verweigerten zu diesen Personalthemen jeglichen Kommentar.

          Michael Macht gilt als Ziehsohn des früheren Porsche-Vorstandschefs Wendelin Wiedeking. Beide sind, obwohl verantwortlich für eine glamouröse Luxusmarke, nicht etwa Marketing-Spezialisten, sondern Produktionsexperten. Wiedeking, der Porsche Anfang der neunziger Jahre in einem desolaten Zustand übernahm, erkannte, dass es für Porsche als Nischenanbieter wichtig ist, die Fixkosten und damit die Kapazitäten möglichst niedrig zu halten. Wiedeking reiste mit Michael Macht, damals sein persönlicher Referent, nach Japan, um zu erkunden, was die dortigen Autobauer den Europäern voraushatten. Macht setzte seine Erkenntnisse später auch als Chef der neu gegründeten Beratungsgesellschaft Porsche Consulting ein. Bei Porsche selbst kam es über die Jahre zu einer immer stärkeren Unabhängigkeit vom aktuellen Fahrzeug-Absatz. Die intensive Zusammenarbeit mit VW beim Geländewagen folgt ebenfalls der Logik, dass möglichst wenig Risiko bei Porsche bleiben sollte.

          Die Qualitäten des bald 50 Jahre alten Macht sind wegen der jahrelangen engen Zusammenarbeit mit VW auch in Wolfsburg bekannt. Macht hat sich der Führung des VW-Konzerns zudem empfohlen, als er die Qualität mitten in der schwierigen Übergangsphase nicht nur gehalten, sondern offenbar verbessert hat, wie die Spitzenposition in dem in Auto-Kreisen hochgeschätzten J. D. Power-Report zeigt.

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