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Brisantes Minus : Porsche liefert ein Drittel weniger Autos in Europa aus

Produktion im Porsche-Werk in Stuttgart. Bild: EPA

Die Sportwagenhersteller veröffentlicht enttäuschende Zahlen vom ersten Quartal. Für das komplette Jahr bleibt Porsche dennoch optimistisch.

          Wird der Porsche plötzlich zum Ladenhüter? Die Absatzzahlen im ersten Quartal sehen ganz danach aus: Ein Minus von 32 Prozent steht da für Europa, in Deutschland sind 28 Prozent weniger Autos ausgeliefert worden als in derselben Zeit des vergangenen Jahres.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Was dramatisch wirkt, bremst die Porsche-Führung aber kaum in ihrem Optimismus. „Wir bleiben bei unserer bisherigen positiven Prognose“, sagte ein Porsche-Sprecher FAZ.NET und verwies auf den Porsche-Finanzvorstand Lutz Meschke, der für das gesamte Jahr 2019 eine Steigerung der Auslieferungen und ein leichtes Plus für den Umsatz in Aussicht gestellt hatte.

          Das war während der Bilanzpressekonferenz Mitte März gewesen, als die drastischen Rückgänge intern längst bekannt waren – zumal die Absatzzahlen von Porsche nicht die Verkaufsaktivitäten bei den Händlern widerspiegeln, sondern die Auslieferungen an die Kunden aufzählen.

          Die Zuversicht von Porsche gründet sich vor allem darauf, dass zum erheblichen Teil Sondereffekte für das Minus sorgten. Der Start des Abgasprüfzyklus WLTP hat Porsche im vorigen Sommer wie den ganzen Volkswagen-Konzern kalt erwischt. Diese Umstellung sowie die Einführung von Partikelfiltern für Ottomotoren wird als ein wichtiger Faktor für die jetzige Auslieferungsdelle in Europa angeführt.

          Dazu passt, dass die Entwicklung in anderen Märkten, wo WLTP nicht relevant ist, deutlich anders ist. In China, dem größten Markt für Porsche, gingen die Auslieferungen zwar auch um 10 Prozent zurück, doch das bringt der Sportwagenbauer eher mit konjunkturellen Effekten und der abwartenden Haltung von Kunden mit Blick auf die erwartete Mehrwertsteuersenkung in der Volksrepublik in Verbindung. In den Vereinigten Staaten wurde sogar ein Plus von 8 Prozent verbucht.

          Insgesamt hat Porsche im ersten Quartal 55.700 Autos abgesetzt, das waren 12 Prozent weniger als im Vorjahr. Ins vorige Jahr sei man aber auch außergewöhnlich gut gestartet, heißt es in Stuttgart – und dieser Basiseffekt spiele ebenfalls eine Rolle. Im gesamten Jahr 2018 hatte Porsche 256.255 Autos verkauft.

          Für den Aufschwung, der nötig ist, um bis zum Jahresende auf einen Zuwachs zu kommen, sollen vor allem die neuen und runderneuerten Modelle sorgen. „Insbesondere die achte Generation des Porsche 911, die seit einigen Tagen in Europa ausgeliefert wird, ist bei den Kunden sehr nachgefragt und lässt uns optimistisch nach vorne schauen“, wird Porsche-Vertriebsvorstand Detlev von Platen in einer Mitteilung zitiert.

          Auch der kleine Geländewagen Macan ist nach einem Generationswechsel in einigen Märkten erst jetzt erhältlich.  Neu auf den Markt kommt der Cayenne als Coupé. Der erste vollelektrische Porsche namens Taycan, der im September vorgestellt wird, dürfte dagegen noch keine nennenswerten Auswirkungen auf die Absatzzahlen dieses Jahres haben.

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