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In Malaysia und China : Porsche baut erstmals Fabrik und Forschungsstandort in Asien

Ein Porsche Taycan auf der Automesse in Schanghai Bild: AFP

Die Anfänge sind klein, haben aber Symbolcharakter: Mit einer Fabrik und einem Forschungsstandort baut Porsche seine Präsenz in Asien stark aus. Bisher war der Sportwagenbauer sehr auf Deutschland fokussiert.

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          Der Sportwagenbauer Porsche weitet seine Präsenz in Asien deutlich aus. Während in China ein Forschungs- und Entwicklungsstandort entstehen soll, wird in Malaysia eine Fabrik aufgebaut.

          Susanne Preuß
          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Beide Aktivitäten sind vorläufig nicht sonderlich umfangreich, sie haben aber Symbolcharakter, denn in der Vergangenheit war Porsche sehr auf die Standorte in der Region Stuttgart sowie in Leipzig fokussiert. Nur das SUV-Modell Cay­enne wird im slowakischen VW-Werk Bratislava montiert, bevor die Karosse in Leipzig mit dem Antrieb zusammengeführt wird. Einige Zeit hat Porsche zudem das Einsteigermodell Boxster vom Auftragsfertiger Valmet in Finnland herstellen lassen.

          Region mit „großem Potential“

          In Malaysia baut Porsche nun erstmals eine Fabrik in Asien. Anlass sind die hohen Importzölle, weshalb es zunächst auch nur darum geht, den malaysischen Markt abzudecken. Bei Porsche will man keine Angaben dar­über machen, auf welche Stückzahlen das Montagewerk ausgelegt ist, das mit dem langjährigen Vertriebspartner Sime Darby entstehen und 2022 eröffnet werden soll.

          In ganz Südostasien hat Porsche im vergangenen Jahr 2500 Autos verkauft – das sind nicht einmal ein Prozent des Gesamtabsatzes von Porsche. In Malaysia allein verkaufte Porsche voriges Jahr 400 Autos, das waren 9 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

          Es gehe um eine Region mit „großem Potential und Innovationskraft“, heißt es in der Pressemitteilung von Porsche. Ausschlaggebend ist aus Sicht des Produktionsvorstands Albrecht Reimold nicht die Größe des Projekts: „Vielmehr zeigen wir Bereitschaft zu lernen und uns an besondere lokale Marktbedingungen anzupassen.“ Mit Blick auf die zunehmenden Restriktionen in den Abnehmermärkten sollen Erfahrungen mit kleinen lokalen Montagefabriken gesammelt werden.

          Auch mit den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in China startet Porsche nur im kleinen Rahmen. Etwa 15 Personen soll die Mannschaft zu­nächst haben, die vom nächsten Jahr in Schanghai vor allem die Themen Konnektivität, autonomes Fahren und digitale Services für die Autos voranbringen sollen. In diesen Entwicklungsfeldern gilt China mit seinen digitalaffinen Verbrauchern als richtungsweisend.

          China ist für Porsche seit sechs Jahren der größte Markt. Im vergangenen Jahr wurden dort fast 89 000 Autos verkauft, das ist fast ein Drittel des gesamten Absatzvolumens. „Mit dem neuen Entwicklungsstandort in China tragen wir entscheidend dazu bei, die Bedürfnisse unserer Kunden vor Ort noch besser kennen- und verstehen zu lernen“, erläutert Porsche-Chef Oliver Blume in einer Mitteilung die Motivation für den Standort: „Der chinesische Automarkt ist besonders dynamisch, die Kundenwünsche sehr spezifisch. Diesen Anforderungen möchten wir bestmöglich gerecht werden.“

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