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Waffe schießt am Anfang krumm : Polizei reklamiert 1337 Pistolen von Heckler & Koch

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Nur Vielschießer treffen mit der SFP9 von Heckler & Koch: Erst ab 60 Schüssen schießt die Pistole gerade. Bild: dpa

Erst nach 60 Schüssen schießen die Pistolen gerade. Die Berliner Polizei schickt die Waffen deshalb jetzt zurück zum Hersteller Heckler & Koch. Der Fall erinnert an das G36.

          Dem Waffenhersteller Heckler & Koch droht Ärger mit einem Stammkunden. Die Berliner Polizei will Nachbesserungen bei einem Teil seiner Dienstwaffen einfordern, die von dem Unternehmen produziert wurden.

          Gegenwärtig entsprechen 1337 Pistolen nicht den „Vorgaben an ein einwandfreies Produkt“, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Sie werden an Heckler & Koch mit der Bitte um Nachbesserung zurückgeschickt. Insgesamt hat die Behörde 24.000 Exemplare bestellt, bisher seien erste Chargen ausgeliefert worden.

          Der Lauf der Waffe wandert

          Am Montag hatte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) von anhaltenden Schwierigkeiten mit der Treffgenauigkeit der Waffe berichtet. Daraufhin habe der Hersteller erklärt, dass der „Lauf der Waffe wandere“, die Pistole müsse daher eingeschossen werden. Die Polizei bestätigte Gewerkschaftsangaben, wonach mit den bereits vom Hersteller nachgebesserten Pistolen immer noch mehr als 60 Schüsse abgefeuert werden müssten, bevor sich eine „stabile Treffpunktlage“ einstellt, wie es die Behörde formuliert.

          Die mangelnde Treffgenauigkeit der neuen Waffen war erstmals im Sommer bekannt geworden. Damals hatte Heckler & Koch in einer von der Polizei verschickten Erklärung eingeräumt, bei den bemängelten Exemplaren aus der ersten Charge die Visiereinrichtung nachjustieren zu müssen. Diese Korrektur werde schnell und gründlich vorgenommen, versicherte der Hersteller.

          Ähnliche Beschwerden wurden zuletzt vom Großkunden Bundeswehr laut, den Heckler & Koch seit 1996 mit dem Sturmgewehr G36 ausrüstet. Das Verteidigungsministerium beanstandete damals Präzisions-Mängel der Waffe bei Dauerfeuer und Hitze. 2015 entschieden die Militärs, 167.000 Gewehre auszumustern und durch ein neues Standardgewehr zu ersetzen. Als Lieferant ist wiederum der Hersteller aus Süddeutschland klarer Favorit.

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