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Aktienkurs fällt wieder stark : Polizei in Singapur durchsucht Wirecard-Büros

  • Aktualisiert am

Nur bösen Unterstellungen ausgesetzt? Der Chef von Wirecard Markus Braun Bild: dpa

Berichte über angebliche Dokumentenfälschungen haben den Aktienkurs von Wirecard tief stürzen lassen. Der Zahlungsanbieter wehrt sich juristisch. Und in Singapur schaltet sich die Polizei ein.

          Die Polizei in Singapur hat nach einer Serie von Berichten über angebliche finanzielle Unregelmäßigkeiten bei Wirecard am Freitag die Räumlichkeiten des Zahlungsabwicklers in dem asiatischen Stadtstaat durchsucht. Das bestätigte eine Sprecherin der Polizei. Die Nachricht ließ die Wirecard-Aktien abermals um zwischenzeitlich 14 Prozent einbrechen.

          Das Unternehmen teilte mit, Wirecard habe sich am Freitagmorgen mit den Strafverfolgungsbehörden in der Unternehmenszentrale in Singapur getroffen und der Polizei Unterlagen zu den Ermittlungen über „verleumderische Vorwürfe“ in den Berichten der „Financial Times“ übergeben.

          Wirecard habe den Behörden bereits am Donnerstag volle Kooperation bei den Ermittlungen zugesichert, hieß es in der Mitteilung. „Nach einer so negativen Medienberichterstattung ist die Einleitung von Ermittlungen ein normaler Vorgang“, erklärte der Zahlungsabwickler.

          Wirecard gegen die Financial Times

          Wirecard hatte juristische Schritte gegen die Zeitung angekündigt, die mehrere namentlich genannte Mitarbeiter des Unternehmens in den Artikeln angegriffen hatte. „Wir bekräftigen, dass die Vorwürfe gegen Wirecard-Mitarbeiter unbegründet sind“. Das Unternehmen erklärt am Freitag: „Wirecard geht rechtlich gegen FT und seine unethische Berichterstattung vor.“ Den strategischen Schritt hatten Anleger zunächst positiv aufgenommen. Im Dax rückte die gebeutelte Aktie bis zum Freitagmittag daraufhin zunächst um 5,1 Prozent vor, bevor sie dann abermals abstürzte.

          WIRECARD

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          In den vergangenen Tagen hatten mehrere Berichte der Zeitung die Wirecard-Aktie mehrfach zum Absturz gebracht, Milliarden an Börsenwert wurde vernichtet. Wirecard hat die Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen. Von der FT war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Am Donnerstag hatte ein Artikel der FT Dokumentenfälschungen und Kontomanipulationen in Singapur in den Raum gestellt. Die Zeitung berichtete unter anderem unter Berufung auf ihr vorliegende Dokumente, zwei deutsche Top-Manager hätten „zumindest einige Kenntnis“ von den Vorfällen gehabt.

          In dem jüngsten, am Donnerstag veröffentlichten Artikel, würden „Wirecard-Mitarbeiter mit unbewiesenen und falschen Behauptungen verleumdend verurteilt“, erklärte das Unternehmen am Freitag. „Wir werden alle verfügbaren rechtlichen Mittel einsetzen, um das Unternehmen und insbesondere unsere Mitarbeiter und deren Persönlichkeitsrechte zu schützen.“ 

          Schon am Montag hatte Wirecard in Bezug auf vorausgegangene Meldungen erklärt, dass eine Untersuchung der Anwaltskanzlei Rajah & Tann in Singapur keinerlei Belege für ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten gefunden habe.

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