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Politische Instabilität : Vor diesen Ländern sollten Investoren sich hüten

Bild: Bernd Helfert

China, Nigeria, Ukraine: Politische Instabilität gefährdet auch wirtschaftliche Geschäfte. Dieser Zusammenhang zeigt sich deutlich bei einem Blick auf die Weltkarte der politischen Risiken.

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          Wo es knallt, da fühlen sich Investoren nicht wohl. Politische Instabilität gefährdet auch wirtschaftliche Geschäfte. Dieser Zusammenhang zeigt sich deutlich bei einem Blick auf die Weltkarte der politischen Risiken, die der global agierende Versicherungsmakler Aon nun zum 18. Mal veröffentlicht hat. Dafür wertet das Unternehmen die politischen Risiken in 163 Ländern der Welt aus – Ausnahme sind die Industriestaaten, die Mitglied der OECD sind. In die Analyse fließen Kriterien wie etwa Zahlungsausfälle staatlicher Institutionen, politische Gewalt, die Anfälligkeit des Bankensektors oder Risiken im Devisenverkehr ein.

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Besonders die Staaten im Nahen Osten sowie in Afrikas Osten und Nordosten stuft Aon als kritisch ein. Wegen der großen politischen Instabilität in Ländern wie Somalia,  Kongo oder Sudan seien auch die Geschäfte von Unternehmen dort hochgradig gefährdet. In westafrikanischen Ländern wie Guinea und Ghana hat sich die Lage wegen der Ebola-Epidemie gegenüber dem Vorjahr verschlechtert. Auch Sierra Leone hat deshalb eine schlechtere Bewertung als noch 2014.

          Insgesamt wurden 12 Länder herabgestuft – darunter Pakistan, Angola und Moçambique. In Lateinamerika, Afrika und Asien hat es jeweils nur ein Land in die Stufe niedrigen bis mittleren Risikos geschafft: Uruguay (Chile wurde als OECD-Mitglied nicht bewertet), Botswana und Malaysia. Wichtigstes Risiko für Investoren sei der niedrige Ölpreis, heißt es bei Aon. In erdölexportierenden Ländern wie Venezuela, Irak, Iran und Libyen nehme dadurch die Stabilität im Inneren ab, ihnen fehle es an finanziellen Mitteln, gesellschaftliche Spannungen abzufedern.

          Der islamistische Extremismus verschlechtere die Lage in Nigeria und seinen Nachbarstaaten. Der Versicherungsmakler zählt 200 Brandherde auf der Welt, in Europa steht die Ukraine seit Ausbruch der Krise mit Russland mit Abstand am schlechtesten da. Verbessert hat sich die Lage in acht Ländern – dazu zählen Ecuador, Laos, Georgien, die Philippinen und Simbabwe.

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          Die Einstufungen basieren auf Analysen des Risikodienstleisters innerhalb der Aon-Gruppe, des Beratungsunternehmens Roubini und der Meinung von 26 Syndikaten des Londoner Versicherungsmarktes Lloyd’s. Diese vermitteln über das Maklerunternehmen Aon unter anderem Versicherungen gegen politische Risiken an international tätige Konzerne.

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