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Plastikgeld : Krieg der Karten

  • -Aktualisiert am

Maestro drängt nach Deutschland, die EC-Karte ins Ausland Bild: AP

Der Deutschen liebstes Plastikgeld ist die Bankkarte, landläufig EC-Karte genannt: Mehr als 90 Millionen davon sind in Umlauf, und fast alle zeigen neben dem „ec“-Signet auch das „Maestro“-Symbol. Jetzt gibt es Streit über diese Vereinbarung.

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          Der Deutschen liebstes Plastikgeld ist die Bankkarte, landläufig EC-Karte genannt: Mehr als 90 Millionen davon sind in Umlauf, und fast alle zeigen neben dem „ec“-Signet auch das „Maestro“-Symbol. Hinter diesem gemeinsamen Markenauftritt steckt eine langjährige Kooperation: Demnach werden Zahlvorgänge bei einem deutschen Einzelhändler über das EC-System der deutschen Kreditwirtschaft abgewickelt. Nutzt der Kunde die Karte im Ausland, läuft die Transaktion über die Infrastruktur von Maestro – und beschert dessen Lizenzgeber Mastercard Gebühren. Jetzt gibt es Streit über diese Vereinbarung. Kurz gesagt drängt Maestro nach Deutschland, die EC-Karte ins Ausland.

          Die Verbraucher dürften von dem verstärkten Wettbewerb bei diesen sogenannten Debitkarten profitieren: Diese Zahlkarten, bei denen der Geldbetrag direkt vom Konto des Kunden abgebucht wird, dürften in Zukunft an noch mehr Ladenkassen und Bankautomaten im In- und Ausland einsetzbar sein. Für Einzelhändler könnten sich Einsparungen bei den Betriebskosten sowie möglicherweise auch niedrigere Gebühren ergeben. Insgesamt dürfte der verstärkte Konditionen- und Gebührenwettbewerb darauf hinauslaufen, dass die Verbraucher das effiziente Plastikgeld künftig allmählich mehr nutzen werden, das volkswirtschaftlich teure Bargeld hingegen weniger.

          Der einheitliche Euro-Zahlungsraum

          Auslöser des Streits ist der nahende Start des einheitlichen Euro-Zahlungsraums (Sepa) zu Jahresbeginn 2008. Einige der Banken, die mit Mastercard zusammenarbeiten, wollen von dann an deutschen Einzelhändlern offerieren, Zahlungen mit EC-Karten unter gemeinsamem Markenauftritt statt über die EC-Infrastruktur abzuwickeln. „Das ergibt sich aus dem Sepa-Abkommen, welches die Banken selbst vereinbart haben“, sagt Luke Olbrich, der für Sepa zuständige Mastercard-Manager. Schließlich sei es das erklärte Ziel von Sepa, die bisherige Unterscheidung zwischen inländischem und grenzüberschreitendem Zahlungsverkehr hinfällig zu machen.

          „Eine solche Vorgehensweise würde gegen die bestehende Abmachung über das Co-Branding verstoßen“, widerspricht Ibrahim Karasu, einer der Geschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken (BdB). „Dagegen werden wir uns wehren.“ Denn nach dem Abkommen sei für alle 90 Millionen umlaufenden EC-Karten die Verwendung von Maestro im Inland ausgeschlossen. Letztlich gehe es Mastercard/Maestro darum, die EC-Karte aus dem Markt zu drängen, argwöhnt Karasu.

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