https://www.faz.net/-gqe-usdu

Plastikgeld : Krieg der Karten

  • -Aktualisiert am

Maestro drängt nach Deutschland, die EC-Karte ins Ausland Bild: AP

Der Deutschen liebstes Plastikgeld ist die Bankkarte, landläufig EC-Karte genannt: Mehr als 90 Millionen davon sind in Umlauf, und fast alle zeigen neben dem „ec“-Signet auch das „Maestro“-Symbol. Jetzt gibt es Streit über diese Vereinbarung.

          3 Min.

          Der Deutschen liebstes Plastikgeld ist die Bankkarte, landläufig EC-Karte genannt: Mehr als 90 Millionen davon sind in Umlauf, und fast alle zeigen neben dem „ec“-Signet auch das „Maestro“-Symbol. Hinter diesem gemeinsamen Markenauftritt steckt eine langjährige Kooperation: Demnach werden Zahlvorgänge bei einem deutschen Einzelhändler über das EC-System der deutschen Kreditwirtschaft abgewickelt. Nutzt der Kunde die Karte im Ausland, läuft die Transaktion über die Infrastruktur von Maestro – und beschert dessen Lizenzgeber Mastercard Gebühren. Jetzt gibt es Streit über diese Vereinbarung. Kurz gesagt drängt Maestro nach Deutschland, die EC-Karte ins Ausland.

          Die Verbraucher dürften von dem verstärkten Wettbewerb bei diesen sogenannten Debitkarten profitieren: Diese Zahlkarten, bei denen der Geldbetrag direkt vom Konto des Kunden abgebucht wird, dürften in Zukunft an noch mehr Ladenkassen und Bankautomaten im In- und Ausland einsetzbar sein. Für Einzelhändler könnten sich Einsparungen bei den Betriebskosten sowie möglicherweise auch niedrigere Gebühren ergeben. Insgesamt dürfte der verstärkte Konditionen- und Gebührenwettbewerb darauf hinauslaufen, dass die Verbraucher das effiziente Plastikgeld künftig allmählich mehr nutzen werden, das volkswirtschaftlich teure Bargeld hingegen weniger.

          Der einheitliche Euro-Zahlungsraum

          Auslöser des Streits ist der nahende Start des einheitlichen Euro-Zahlungsraums (Sepa) zu Jahresbeginn 2008. Einige der Banken, die mit Mastercard zusammenarbeiten, wollen von dann an deutschen Einzelhändlern offerieren, Zahlungen mit EC-Karten unter gemeinsamem Markenauftritt statt über die EC-Infrastruktur abzuwickeln. „Das ergibt sich aus dem Sepa-Abkommen, welches die Banken selbst vereinbart haben“, sagt Luke Olbrich, der für Sepa zuständige Mastercard-Manager. Schließlich sei es das erklärte Ziel von Sepa, die bisherige Unterscheidung zwischen inländischem und grenzüberschreitendem Zahlungsverkehr hinfällig zu machen.

          „Eine solche Vorgehensweise würde gegen die bestehende Abmachung über das Co-Branding verstoßen“, widerspricht Ibrahim Karasu, einer der Geschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken (BdB). „Dagegen werden wir uns wehren.“ Denn nach dem Abkommen sei für alle 90 Millionen umlaufenden EC-Karten die Verwendung von Maestro im Inland ausgeschlossen. Letztlich gehe es Mastercard/Maestro darum, die EC-Karte aus dem Markt zu drängen, argwöhnt Karasu.

          Gefahr einer monopolistischen Struktur

          Weitere Themen

          Türkische Lira auf Rekordtief Video-Seite öffnen

          Menschen demonstrieren : Türkische Lira auf Rekordtief

          Dutzende Demonstranten wurden am Mittwochabend bei einem Protest gegen die Regierung in Istanbul festgenommen. Die türkische Lira war am Vortag um mehr als 15 Prozent auf ein Rekordtief eingebrochen. Seit Jahresanfang hat die Lira bereits mehr als 40 Prozent an Wert verloren.

          Die Gastronomie fühlt sich benutzt

          2-G-Plus und Sperrstunden : Die Gastronomie fühlt sich benutzt

          Mit den steigenden Infektionszahlen wächst die Angst vor strengen Maßnahmen. Manche in der Branche sprechen von einem Déjà-vu, andere versuchen der Politik vorzugreifen, um wenigstens ein bisschen Planbarkeit zu haben.

          Topmeldungen

          So wird der Advent wirklich eine „stade Zeit“: Österreichs Einkaufsmeilen sind dicht.

          Corona in Österreich : Als wäre ein Virus nicht genug

          Ischgl war nur der Anfang: Einundzwanzig Monate nach Beginn der Corona-Epidemie steckt Österreich in einer Zwickmühle. Ist das Land nun am Rand des Nervenzusammenbruchs?
          Die menschenleere Kölner Innenstadt im April 2021 (Symbolbild)

          Corona-Liveblog : Leopoldina empfiehlt umfassende Kontaktbeschränkungen

          „Hochgradiger Verdacht“ auf Omikron-Variante in Hessen +++ Spahn: Mehr als zehn Prozent der Deutschen geboostert +++ EU-Gesundheitsbehörde in Sorge um Impfschutz wegen neuer Virusvariante +++ Entwicklungen zur Pandemie im Corona-Liveblog.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.