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Pharmakonzern : Merck will Stellen in Niedriglohnländer verlagern

  • Aktualisiert am

Ampullen mit Oled-Tinten in der Darmstädter Produktion von Merck. Bild: dpa

Der Darmstädter Pharmakonzern Merck will Teile seiner Finanz-Tochtergesellschaft ins Ausland verlagern. Die Pläne könnten nach Informationen der F.A.Z. am Montag der Belegschaft verkündet werden.

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          Merck setzt nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zum nächsten Sparprojekt an. Die Unternehmensführung plant, große Teile der Finanz-Tochtergesellschaft Merck Accounting Solutions & Services Europe zu verlagern: von Darmstadt nach Manila und Breslau. Das Management könnte das Vorhaben schon am Montag bei einer Betriebsversammlung bekannt geben, wie aus Kreisen verlautet, die mit den Plänen der Geschäftsleitung vertraut sind. Wenn sich an den Plänen nicht in letzter Minute noch etwas ändert, sind mehr als 100 Arbeitsplätze betroffen, die dann in die Niedriglohnländer abwanderten. Merck verwies am Freitag auf Anfrage nur auf „laufende Gespräche“ und wollte sich konkreter nicht äußern.

          Gerade erst hatte der Pharma- und Chemiekonzern verkündet, nach der Übernahme des amerikanischen Laborspezialisten Sigma-Aldrich vier kleinere deutsche Standorte zu schließen und 200 Stellen abzubauen. Nun folgt eine Einheit, deren heimische Arbeitsplätze schon 2012 auf der Kippe standen. Sie firmierte damals noch als Merck Shared Service Center Europe (MSSE), umfasst Buchhaltung und Finanzdienstleistungen und sollte nach Osteuropa abziehen. Arbeitnehmervertreter konnten das damals verhindern.


           
          Für die „Shared Services“ hat Merck gerade eine Einheit namens Merck Business Services gegründet, verantwortet von Finanzchef Marcus Kuhnert. „Das ist ein übergreifender Ansatz, der Finanzen, Personal, Einkauf und IT umfasst“, sagte Kuhnert diese Woche vor Analysten. Ziel sei es, Prozesse zu standardisieren und Dienste in Zentren auf aller Welt zu bündeln. „Wir haben also ein großes Shared Service Center für jede Region, und wir haben eine globale Drehscheibe in Manila.“ In Breslau hatte Merck 2013 ein Zentrum für Personalwesen eröffnet. Unter anderem wolle man so „natürlich auch Effizienzgewinne realisieren“, sagte Kuhnert. Das Ganze sei langfristig angelegt: „Wir sprechen hier von einem Zeitrahmen zwischen drei und vier Jahren. Das ist eine Initiative, die bis 2021 dauern wird.“
           


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