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Pharma : Schwarz Pharma soll verkauft werden

  • Aktualisiert am

Gerüchte um Übernahme verdichten sich Bild: dpa

Die Gespräche über den Verkauf der Schwarz Pharma AG stehen offenbar kurz vor dem Abschluß. Dies erfuhr die F.A.Z. aus Finanzkreisen. Eignerfamilie Schwarz-Schütte verlangt etwa 5 Milliarden Euro. Marktgerüchten zufolge stammt der Interessent aus Amerika.

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          Das börsennotierte Monheimer Familienunternehmen Schwarz Pharma AG steht offenbar kurz vor einem Besitzerwechsel. „Der Verkaufsprozeß läuft“, erfuhr die F.A.Z. aus Finanzkreisen. Angeblich verhandelt die Eignerfamilie Schwarz-Schütte, die über die Schwarz Vermögensverwaltung 60 Prozent der Anteile besitzt, schon exklusiv mit einem Interessenten. „Ein baldiger Abschluß der Verhandlungen ist wahrscheinlich. Es kann aber genauso noch scheitern“, hieß es in den Kreisen. Marktgerüchten zufolge stammt der Interessent aus Amerika. Ob es sich um ein anderes Pharmaunternehmen oder eine Beteiligungsgesellschaft handelt, blieb unklar.

          Hohe Prämie von 40 Prozent

          Die Eignerfamilie verlange eine hohe Prämie von 40 Prozent auf den Unternehmenswert - also einschließlich der Schulden und abzüglich der Kasse -, hieß es in den Finanzkreisen. Daraus ergibt sich eine ungefähre Preisvorstellung von 5,2 Milliarden Euro. An der Börse ist das im M-Dax gelistete Familienunternehmen mit 3,56 Milliarden Euro bewertet. Für Schwarz Pharma haben sich offenbar einige Wettbewerber sowie Finanzinvestoren interessiert. Die Familie habe aber nur mit einigen wenigen davon verhandelt, hieß es. Die wesentlichen Gespräche habe der Vorstandsvorsitzende Patrick Schwarz-Schütte geführt, offenbar ohne Wissen des restlichen Managements.

          Sollte das Geschäft zustande kommen, würde binnen kürzester Zeit das zweite Familienunternehmen der Branche den Besitzer wechseln. Vor wenigen Tagen vereinbarte die Eignerfamilie Bertarelli des Schweizer Biotechkonzerns Serono den Verkauf an den Darmstädter Konzern Merck KGaA. Dabei war eine Prämie auf den Aktienkurs von rund 20 Prozent vereinbart worden, was von Analysten als zu hoch kritisiert worden war. Ebenfalls in dieser Woche hat der Dax-Konzern Altana seine Pharmasparte an die dänische Nycomed abgegeben.

          Kurs stark gestiegen
          Am Freitag ging die Schwarz-Pharma-Aktie mit einem Plus von 3,4 Prozent auf 75,65 Euro aus dem Handel. Schon am Vortag war der Kurs wegen aufkommender Übernahmegerüchte stark gestiegen. Im Verlauf dieses Jahres hat das Papier rund 38 Prozent an Wert gewonnen.

          Schwarz Pharma wollte einen möglichen Aktionärswechsel nicht kommentieren. Das von dem Vater des Vorstandschefs Schwarz-Schütte gegründete Unternehmen strebt im laufenden Geschäftsjahr einen Umsatz von 900 Millionen Euro und ein - wegen erhöhter Forschungs- und Marketingaufwendungen - nur ausgeglichenes Jahresergebnis an. Schwarz Pharma gilt als Nischenanbieter.

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