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Pharma : Merck streicht Großinvestition in Thüringen

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Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGaA wird seine geplante Protein-Produktionsanlage in Jena vorerst nicht bauen.

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          Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck wird seine geplante Protein-Produktionsanlage in Jena vorerst nicht bauen. Merck wollte in die neue Produktionsstätte, in der eine neue Generation biologischer Wirkstoffe zur Krebsbehandlung hergestellt werden sollte, rund 300 Millionen Euro investieren. Das wäre die größte Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte gewesen. 280 Arbeitsplätze sollten entstehen. Wie das Unternehmen mitteilt, wird es statt der eigenen Herstellung eine Auftragsproduktion bei externen Herstellern geben. Lieferkontrakte für die Produktion des monoklonalen Antikörpers Erbitux bestehen bereits mit Boehringer Ingelheim und dem amerikanischen Merck-Partner Im-Clone Systems. Bei den Auftragsherstellern sind in letzter Zeit Überkapazitäten entstanden, weil sich einige biologische Wirkstoffkandidaten zur Krebstherapie nicht als erfolgversprechend erwiesen haben. "Merck sieht für den eigenen mittelfristigen Bedarf ausreichend Produktionskapazitäten für biologische Wirkstoffe am Markt verfügbar", sagte Bernhard Scheuble, der Vorsitzende der Geschäftsführung. Aus diesem Grund bevorzuge das Unternehmen zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine flexible Lösung, anstatt Kapital in einer neuen Anlage zu binden. Zu der Entscheidung habe auch die gegenwärtige Unsicherheit über Reformen in Deutschland beigetragen, vor allem der Zwangsrabatt für Arzneimittel, die keinem Festbetrag unterliegen, sowie der Eingriff in die Preisbildung bei Innovationen. Die neuen Krebsmedikamente von Merck wären von beiden Mechanismen betroffen. Die Entwicklung der beiden Krebsmedikamente Erbitux und EMD 72000 verlaufe nach Zeitplan, beide Substanzen erfüllten die Erwartungen, hieß es. Merck hatte sich auf den Standort in Thüringen festgelegt, unter anderem nachdem es rund 30 Prozent der Investitionssumme als Subvention gab. Im Mai hatte die EU-Kommission die Unterstützung genehmigt. (mir.)

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