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Pharma : Eisai braucht eigene Fabrik in Europa

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Der nach dem Unternehmen Takeda zweitgrößte japanische Pharmakonzern, die Eisai Co. mit Sitz in Tokio, ist ein Familienunternehmen mit großen Wachstumsplänen in Deutschland. Eisai wird zudem in Europa "in der nahen Zukunft" eine eigene Produktionsstätte betreiben.

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          Der nach dem Unternehmen Takeda zweitgrößte japanische Pharmakonzern, die Eisai Co. mit Sitz in Tokio, ist ein Familienunternehmen mit großen Wachstumsplänen in Deutschland. Eisai wird zudem in Europa "in der nahen Zukunft" eine eigene Produktionsstätte betreiben. Nach den Worten von Yoshitake Miyoshi, der bei der in Frankfurt ansässigen Eisai GmbH für die Verbindung zur Muttergesellschaft nach Japan zuständig ist, hat sein Unternehmen den Bedarf für eine solche Fabrik inzwischen erkannt.

          Zur Zeit werde nach einem Standort gesucht und darüber nachgedacht, ob der Kauf einer Produktionsstätte oder ein Neubau sinnvoller sei, sagte Geschäftsführer Andreas Wiegand auf einer Pressekonferenz in Frankfurt. Bisher läßt Eisai seine in Europa vertriebenen Medikamente in verschiedenen Ländern von Auftragsherstellern fertigen.

          In Europa hat Eisai im vergangenen Geschäftsjahr 2004/05 (31. März) 7,2 Prozent seines Umsatzes von 4,96 (Vorjahr: 4,73) Milliarden Dollar gemacht. "Und dieser Wert ist, vor allem mit Blick auf das, was wir in den vergangenen Jahren in den Vereinigten Staaten erreicht haben, deutlich steigerungsfähig", sagte Miyoshi. Große Hoffnungen setzt auch Wiegand in diesem Zusammenhang auf das soeben neu eingeführte Antiepileptikum Zonegran, das in Asien und Amerika schon länger auf dem Markt ist. Bisher sind die wesentlichen Umsatzträger von Eisai das Alzheimer-Medikament Aricept und das Magenmittel Pariet, das sich im Wettbewerb mit dem Altana-Präparat Pantoprazol behaupten muß.

          In Europa hat Eisai neben Deutschland inzwischen Vertriebs- und Marketingtochtergesellschaften in Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien aufgebaut. Anfang Juni wurde eine Niederlassung in der Schweiz gegründet, und eine Niederlassung in Österreich hat ihre Geschäftsaktivitäten aufgenommen. "Die Gründung zusätzlicher Niederlassungen in anderen europäischen Ländern ist geplant", sagte Wiegand.

          In Deutschland hat Eisai im vergangenen Geschäftsjahr mit 180 Mitarbeitern einschließlich eines Leasing-Außendienstes einen Umsatz von 65,3 Millionen Euro gemacht. Im laufenden Jahr strebt Wiegand eine Umsatzsteigerung von 15 Prozent an und würde damit deutlich schneller wachsen als der Markt. Allein das Präparat Aricept hat zu diesem Umsatz 52,5 Millionen Euro beigetragen und in der entsprechenden Medikamentengruppe einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent.

          Der Konzern mit seinen insgesamt 8300 Mitarbeitern rangiert auf der Weltrangliste der größten Pharmaunternehmen auf dem 19. Platz und damit knapp hinter dem deutschen Unternehmen Schering. Im Konzern war der Umsatz im vergangenen Jahr um 7 Prozent gestiegen, im laufenden Jahr wird ein Plus von 8 Prozent angestrebt. Nachahmermedikamente (Generika) will Eisai auch in Zukunft nicht vertreiben und sich auf die eigene Forschung konzentrieren, aus der 89 Prozent der verschreibungspflichtigen Arzneimittel des Konzerns stammen. (Kno.)

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