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50 Millionen Dosen für 2020 : Pfizer halbiert Lieferziel für Covid-Impfstoff

  • Aktualisiert am

Impfflaschen von Pfizer in der Produktionsstätte in Kalamazoo, Michigan Bild: Reuters

Die ursprünglich geplanten 100 Millionen Impfdosen wird Pfizer in diesem Jahr nicht mehr ausliefern können. Ein anfängliches Qualitätsproblem bei den Ausgangsstoffen habe den Aufbau der Lieferkette verlangsamt.

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          Ein Medienbericht über Hindernisse in der Lieferkette für den zur Zulassung eingereichten Coronavirus-Impfstoff hat am Donnerstag im späten Handel die Aktien von Pfizer und Biontech belastet. In einem Bericht des „Wall Street Journal“ hieß es, Pfizer habe ursprünglich die Auslieferung von 100 Millionen Impfdosen noch in diesem Jahr geplant, gehe aktuell wegen anfänglicher Probleme bei der Bereitstellung von Ausgangsstoffen für den Impfstoff aber nur noch von der Hälfte der Menge aus. Die Zahl von 50 Millionen Dosen kursierte allerdings in einigen Medienberichten schon länger.

          „Der Ausbau der Lieferkette für die Ausgangsstoffe dauerte länger als erwartet“, sagte eine Unternehmenssprecherin gegenüber der Zeitung. „Und es ist wichtig, hervorzuheben, dass das Ergebnis der klinischen Studie etwas später als ursprünglich prognostiziert vorlag.“ Ein anderer Mitarbeiter des Unternehmens, der direkt an der Entwicklung des Impfstoffs von Pfizer beteiligt war, sagte: „Einige frühe Chargen der Ausgangsstoffe entsprachen nicht den Standards. Wir haben das Problem behoben, aber uns lief die Zeit davon, um das für dieses Jahr geplante Lieferungziel zu erfüllen.“

          Warten auf die Studien-Ergebnisse

          Pfizer bezieht seine Ausgangsstoffe von Anbietern in den Vereinigten Staaten und Europa. Die Ausweitung der Produktion erwies sich im vergangenen Monat als Herausforderung, weil das Unternehmen die Ergebnisse der klinischen Studie abwartete, die bei 44.000 Probanden eine Wirksamkeit von 95% ergab. Wo genau es beim Hochfahren der Produktion zu Engpässen bei den Ausgangsstoffen kam, teilte das Unternehmen nicht mit.

          Bei einer normalen Impfstoffzulassung warten Pharmaunternehmen ab, bis ihr Produkt zugelassen ist. Erst dann kaufen sie die Ausgangsstoffe für ihren Impfstoff im großen Stil, errichten die Produktionslinien sowie die Lieferketten für den Versand. Aufgrund der geplanten Notfallzulassung für den Corona-Impfstoff in Europa und den Vereinigten Staaten hat das Unternehmen diese Schritte vorgezogen. „Bei diesem Impfstoff geschah alles gleichzeitig“, sagte der Pfizer-Mitarbeiter. „Wir haben mit dem Aufbau der Lieferkette schon im März begonnen, als der Impfstoff noch in der Entwicklung war. Das ist völlig beispiellos.“

          Großbritannien erteilte am Mittwoch die Notfallzulassung für den Impfstoff von Pfizer und dem in Deutschland ansässigen Unternehmen Biontech und ist damit das erste Land, das mit der Verabreichung der Impfdosen beginnt. Der Impfstoff  wird auch in den Vereinigten Staaten geprüft, wo eine Genehmigung im Laufe dieses Monats und eine Einführung vor Ende des Jahres erfolgen könnte. Die amerikanische Regulierungsbehörde prüft zudem einen weiteren von Moderna entwickelten Impfstoff, der ebenfalls noch vor Weihnachten ausgeliefert werden könnte. Auch die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema prüfen derzeit solche Anträge.

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