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Peugeot-Chef : „Das einzige, was uns schützt, ist Leistung“

  • Aktualisiert am

PSA-Chef Carlos Tavares erklärt mit GM-Chefin Mary Barra gerade der Öffentlichkeit die Opel-Übernahme. Bild: Reuters

Der französische Autohersteller PSA übernimmt Opel. Der Konzernchef erklärt, was er sich davon verspricht. Der brisantesten Frage allerdings weicht er aus.

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          Der Chef des französischen Autoherstellers PSA gibt im Rahmen der Übernahme von Opel kein Versprechen ab, alle Fabriken zu erhalten. „Das einzige, was uns schützt, ist Leistung“, sagte Carlos Tavares während einer Pressekonferenz in Paris auf die Frage, ob alle Standorte erhalten blieben. „Zusammen können wir besser werden.“ Wenn man der Beste sei, sei man auch geschützt.

          In einer Telefonkonferenz für Analysten sagte Tavares zuvor mit Blick auf befürchtete Werksschließungen: „Wir vertrauen Menschen und ihrer Fähigkeit, sich zu verbessern.“ Er sei sicher, dass es in den Fabriken von Opel und Vauxhall viel Effizienzpotenzial gebe.

          „Ein europäischer Global Player“

          „In der Autoindustrie gibt es das Schließen von Werken. Aber es ist in gewisser Weise eine allzu einfache Art, auf die Dinge zu schauen.“ Er, Tavares, sei sicher, „dass die deutschen und britischen Fabriken am Ende nicht weniger effizient sein wollen als die französischen Fabriken“.

          Sein Finanzchef Jean-Baptiste de Chatillon ergänze am Rande der Pressekonferenz, dass Opel bis zum Jahr 2020 wieder profitabel sein soll. Dafür werde es einen Drei-Jahres-Plan geben. „Wir streben eine strukturelle und dauerhafte Verbesserung an.“

          PSA-Vorstandschef Tavares wiederum warb auch für eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften. „Wir müssen vorgefasste Meinungen aufgeben. Wir kämpfen nicht mit den Gewerkschaften, das ist nicht unser Plan. Ein Unternehmen, das seit zehn Jahren in den roten Zahlen ist, (...) stellt natürlich ein Problem dar, das gelöst werden muss“, betonte er. „Und ich denke, dass Gewerkschaftsführer weise sind und verstehen, dass die aktuelle Situation nicht tragfähig ist.“

          Die deutsche Bundesregierung und die drei Bundesländer mit Opel-Standorten haben die Unterzeichnung der Übernahme-Verträge begrüßt. In einer gemeinsamen Erklärung von diesem Montag hieß es: „Das heutige Signing ist ein erster Schritt, um in Europa einen europäischen Global Player ... auf den Weg zu bringen“. Es sei gut, dass es Zusagen von PSA gebe, die bestehenden Verträge über Standorte, Beschäftigung und Investitionen zu erhalten und Opel sowie die britische Schwester Vauxhall als eigenständige Marke fortzuführen.

          Nach der Vertragsunterzeichnung seien aber weitere Schritte nötig. Die Verträge müssten nun intensiv geprüft werden. Zudem müsse gewährleistet werden, dass im weiteren Verlauf das europäische Opel/Vauxhall-Management sowie die Vertretungen der Arbeitnehmer in vollem Umfang in die anstehenden Gespräche einbezogen würden.

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