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Pepsi und Aspartam : Die Rückkehr des Süßstoffs

Drei Mal Pepsi: ohne Zucker, mit Aspartam und ohne Aspartam. Alles klar? Bild: AP

Der Süßstoff Aspartam ist gesundheitsschädlich, sagten Verbraucherschützer. Also strich Pepsi das Mittel aus seinen Getränken. Jetzt kehrt das Aspartam zurück. Ist das wirklich ein Skandal?

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          Ein papierloses Büro hätte diese Erfindung nicht hervorgebracht. Als der Pharmaforscher James Schlatter 1965 ein Medikament gegen Magengeschwüre entwickelte, leckte er die Finger ab, um ein Blatt Papier hochzuheben. Die Finger schmeckten süß – Schlatter hatte den Süßstoff Aspartam entdeckt: 200 Mal süßer als Zucker, bei vernachlässigbarem Kaloriengehalt, die Grundlage für kalorienarme Colagetränke ohne Zucker.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Doch seinen guten Ruf hat Aspartam bei vielen Verbrauchern mit den Jahren verloren. In den Vereinigten Staaten laufen bis heute angebliche Verbraucherorganisationen umher, die Aspartam mit Krebs in Verbindung bringen oder mit einer gestörten Darmflora. Seit Jahren verkaufen sich die Light-Colagetränke in den Vereinigten Staaten immer schlechter – anders als in Deutschland, wo Cola Light und Cola Zero den Absatz der Süßstoff-Brause in den vergangenen Jahren in die Höhe getrieben haben.

          Unter dem Druck der Amerikaner allerdings gab Pepsi im vergangenen Jahr nach. „Aus einigen Gründen, die wir uns nicht so recht erklären können, ist Aspartam bei manchen Verbrauchern in Ungnade gefallen“, sagte Vorstandschefin Indra Nooyi und kündigte im August an, die Pepsi Light künftig ohne Aspartam zu mischen und stattdessen zwei andere, weniger umstrittene Süßstoffe zu verwenden. Zwei Jahre lang hätten die Entwickler an dem neuen Rezept gearbeitet und es ausgiebig getestet.

          Aspartam kommt wieder in die Pepsi

          Doch damit kam Pepsi bei den Verbrauchern nicht besser an. In Internetforen beschwerten sich viele Verbraucher über den Geschmack – und das nicht nur für eine Übergangszeit. Nach Angaben des Fachblatts „Beverage Digest“ beschleunigte sich der Umsatzverfall für Pepsi Light im ersten Quartal dieses Jahres auf zehn Prozent, während Cola Light mit Aspartam weiterhin nur rund sechs Prozent an Umsatz verlor. Jetzt dreht Pepsi zurück. Von September an soll es wieder Aspartam in der Pepsi Light geben.

          Ein Angriff auf die Gesundheit der Verbraucher? Nicht unbedingt.

          Aspartam wird im Körper sehr schnell in seine drei Bestandteile zerlegt: Methanol, Asparaginsäure und Phenylalanin. Alle sind normaler Teil der menschlichen Ernährung in Obst und Gemüse oder werden gar vom Körper selbst produziert. Nur Phenylalanin kann für Menschen mit einer bestimmten Krankheit schädlich sein, deshalb steht auf dem Flaschenetikett von gesüßten Getränken „enthält eine Phenylalaninquelle“. Zwar gibt es Studien, die Aspartam immer noch mit Krebs in Verbindung bringen – allerdings müssten Menschen dazu täglich zig Liter Light-Getränke trinken.

          „Ausführlich getestet“

          Aspartam sei „einer der am ausführlichsten getesteten Nahrungsmittelzusätze, die wir jemals zugelassen haben“, folgert die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA. Und die Europäische Lebensmittelsicherheits-Behörde EFSA hat nach einer weiteren großen Untersuchung Ende 2013 festgestellt: In den Mengen, in denen Europäer Aspartam zu sich nehmen können, ist der Süßstoff unbedenklich.

          Nur ob Aspartam wirklich schlank macht, ist noch umstritten. Wer Light-Getränke trinkt, hat danach oft so ein gutes Gewissen, dass er hinterher umso mehr isst.

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