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Kampf gegen Klimawandel : Patagonia-Gründer verschenkt Unternehmen

  • Aktualisiert am

Blick in einen Patagonia-Store in München Bild: picture alliance/dpa

Alle Gewinne von Patagonia, die nicht direkt in den Outdoor-Ausrüster investiert werden, sollen künftig an eine Stiftung für den Kampf gegen den Klimawandel gehen. Unternehmensgründer Chouinard hofft auf eine „neue Form von Kapitalismus“.

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          Der Gründer und bisherige Besitzer des Outdoor-Ausrüsters Patagonia, Yvon Chouinard, hat sein Unternehmen an gemeinnützige Stiftungen übertragen. Damit will der 83-Jährige sein Vermögen für Umweltschutz zur Verfügung stellen, insbesondere für Maßnahmen gegen den Klimawandel. „Wir mussten einen Weg finden, um mehr Geld in die Bekämpfung dieser Krise stecken zu können und die Werte der Firma gleichzeitig intakt zu halten“, erklärte Chouinard in einer am Mittwoch (Ortszeit) veröffentlichten Stellungnahme auf der Patagonia-Website.

          Grundsätzlich sei auch der Verkauf des Unternehmens eine Option gewesen, um dann alle Einnahmen zu spenden. „Aber wir konnten uns nicht sicher sein, dass ein neuer Eigentümer, unsere Werte weiter hochhalten und unser Team rund um die Welt behalten würde“, heißt es weiter in dem Text.

          Börsengang wäre wohl in „Desaster“ geendet

          Ein Börsengang wäre wohl in einem „Desaster“ geendet. Selbst börsennotierte Unternehmen mit guten Absichten stünden Chouinard zufolge zu stark unter Druck, kurzfristige Gewinne zu erwirtschaften – auf Kosten der langfristigen Stabilität und ihrer Verantwortung.

          Yvon Chouinard im April 2019
          Yvon Chouinard im April 2019 : Bild: AFP

          Der „New York Times“ zufolge beläuft sich Patagonias Firmenwert auf rund 3,0 Milliarden Dollar (3,01 Mrd Euro). Alle Gewinne, dem Bericht nach etwa 100 Millionen Dollar pro Jahr, die nicht wieder ins Unternehmen investiert werden, sollen künftig über eigens dafür gegründete Stiftungen für den Kampf gegen Erderwärmung und für Naturschutz verwendet werden. „Hoffentlich wird dies eine neue Form von Kapitalismus beeinflussen, die am Ende nicht zu ein paar reichen und einem Haufen armer Menschen führt“, sagte Chouinard der Zeitung.

          Das Unternehmen hatte nicht zuletzt 2017 auch eine Klage gegen den damaligen US-Präsidenten Donald Trump und dessen Pläne eingereicht, zwei Naturschutzgebiete erheblich zu verkleinern.

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