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Parfümeriekette : Investoren leiten Verkauf von Douglas ein

Douglas-Parfümerie in Frankfurt Bild: Kien Hoang Le

Die Parfümeriekette Douglas gehört bislang einer Beteiligungsgesellschaft. Nun will sie aussteigen und Kasse machen.

          Die Beteiligungsgesellschaft Advent leitet nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung den baldigen Verkauf der Parfümeriekette Douglas ein. Der Prozess starte in den nächsten Wochen: Investmentbanken würden dann erste Informationsdokumente („Teaser“) an Private-Equity-Häuser und Douglas-Konkurrenten schicken, erfuhr die F.A.Z. aus Finanzkreisen. Zwei Banken seien schon mandatiert, eine dritte soll noch hinzukommen. Sie sollen parallel einen Börsengang (IPO) vorbereiten.

          Klaus Max Smolka

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Im Zuge der Verkaufsbemühungen sollten Interessenten ihre Gebote für Douglas noch vor dem Sommer abgeben, ist zu hören. Käme es zum Börsengang, solle der im Herbst stattfinden. Advent hat mit Börsengängen in Deutschland noch keine Erfahrung gemacht.

          Insider berichten, die Douglas-Eigner hätten eine Gesamtpreiserwartung von mehr als 3 Milliarden Euro signalisiert. Das ist ein Zeichen dafür, wie die Unternehmensbewertungen wieder gestiegen sind. Denn Douglas kalkuliert dem Vernehmen nach für das laufende Geschäftsjahr 2014/15 (per Ende September) mit 2,5 bis 2,6 Milliarden Euro Umsatz und einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von rund 300 Millionen Euro, nach ungefähr 270 Millionen Euro im Jahr zuvor. Die Preiserwartung liegt also bei dem Zehnfachen des Ebitda oder mehr, was ein beträchtliches Vielfaches (Multiple) wäre. Die Multiples im Übernahmegeschäft sind in den vergangenen beiden Jahren deutlich gestiegen – auch wegen der Notenbankpolitik der extrem niedrigen Zinsen, die Deals billig finanzieren und außerdem Übernahmen als Anlageform attraktiver machen.

          Bei dem Verkauf geht es nur um die gleichnamige Parfümeriekette – nicht um den gesamten Mischkonzern Douglas, zu dem auch der Buchhändler Thalia und die Modekette Appelrath Cüpper gehören.

          Advent und Douglas ließen die fortgeschrittenen Vorbereitungen  unkommentiert. Zu Spekulationen und Marktgerüchten nehme man grundsätzlich keine Stellung, sagte eine Sprecherin.

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