https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/paracetamol-soll-wieder-in-frankreich-produziert-werden-16822432.html

Schmerzmittel : Paracetamol soll wieder in Frankreich produziert werden

Weit verbreitet: Das Schmerzmittel Paracetamol Bild: AP

Das häufig genutzte Schmerzmittel Paracetamol soll wieder in Frankreich hergestellt werden. Die Franzosen wollen weniger abhängig von Asien werden – und geben dafür viel Geld aus.

          1 Min.

          Die Abhängigkeit ist den Franzosen während der Coronavirus-Krise schlagartig vor Augen geführt worden. Ob Masken, Virustests oder die chemischen Wirkstoffe von Medikamenten – vieles wird längst nicht mehr in Frankreich hergestellt. Daher bläst Paris jetzt zu einer großen Rückhol-Aktion. Als erstes großes Symbol will die Regierung die Produktion des Arzneimittel-Wirkstoffs Paracetamol innerhalb von drei Jahren in die Heimat zurückholen. Das sieht ein Plan vor, den die französischen Ministerien für  Wirtschaft und Gesundheit am Donnerstag in Paris vorgestellt haben.

          Christian Schubert
          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland.

          Das Vorhaben reiht sich ein in die seit der Coronavirus-Krise verstärkten Bemühungen von Präsident Emmanuel Macron, besonders im Gesundheits- und Pharmabereich mehr industrielle Autarkie zu erreichen. Frankreich will nach den Plänen vor allem mit den französischen Pharmaunternehmen Sanofi, Seqens und Upsa zusammenarbeiten. Paracetamol wird nach Angaben eines Seqens-Managers seit 2008 nicht mehr in Frankreich hergestellt. 50 Prozent der weltweiten Produktionskapazitäten befänden sich heute in China, 30 Prozent in Indien.

          Sanofi hatte vor der Covid-19-Krise verkündet, das Geschäft mit chemischen Wirkstoffen in eine eigene Gesellschaft auszulagern und unter Umständen 2022 an die Börse zu bringen. Das Schmerzmittel Doliprane, das Paracetamol enthält, gehört zu den Medikamenten, die Sanofi produziert. Während der Krise hat der Pharmahersteller die Herstellung erhöht. Anders als befürchte, kam es zu keiner Knappheit.

          Die französische Regierung unterstützt die Rückverlagerung der Pharmaproduktion und der Forschung mit Subventionen von 200 Millionen Euro. Ein Teil davon soll auch für einem Impfstoff gegen Covid-19 dienen. Zu den ersten Empfängern der Fördergelder von 78 Millionen Euro gehören nach Angaben der Regierung die französischen Unternehmen Abivax, Innate Pharma, Inotrem, Osivax, Xenothera und Genoscience.

          Weitere Themen

          Unternehmen machen gegen Abtreibungsgesetz mobil

          Indiana : Unternehmen machen gegen Abtreibungsgesetz mobil

          Die Verschärfung von Abtreibungsregeln in den USA sorgt für zunehmende Kritik aus der Wirtschaft. Indiana hat als einer der ersten Staaten ein neues Gesetz auf den Weg gebracht. Jetzt spricht der Pharmakonzern Eli Lilly eine Drohung aus.

          Topmeldungen

          Gigantisches Bildrauschen: Am Riad Boulevard, einer in Neonlicht getauchten Amüsiermeile, genießen die Passanten die Verheißungen des Konsums.

          Saudi-Arabien : Zwischen Hightech und heiligen Stätten

          In Saudi-Arabien ist der gesellschaftliche Wandel so rasant wie der moderne Hochgeschwindigkeitszug „Haramain-Express“. Viele erkennen ihr Land nicht wieder. Doch die Freiheit hat Grenzen, denen sich kaum jemand zu nähern wagt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.