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Verlagerung von Gewinnen : Oxfam: Pharmakonzerne drücken sich um Steuern

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Der Pharmakonzern Pfizer ist eins der Unternehmen, das sich um Steuern gedrückt haben soll. Bild: AP

Große amerikanische Pharmakonzerne sollen sich um Steuern in Milliardenhöhe gedrückt haben – das behauptet die Entwicklungsorganisation Oxfam. Sie sollen Gewinne gezielt in Steueroasen verschoben haben.

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          Die Entwicklungsorganisation Oxfam wirft amerikanischen Pharmakonzernen vor, Gewinne in Steueroasen verschoben und sich so um einen angemessenen Beitrag zur Finanzierung des Gemeinwesens gedrückt zu haben. Die vier Konzerne Pfizer, Merck, Johnson & Johnson und Abbott hätten allein Industriestaaten und Entwicklungsländer von 2013 bis 2015 um rund 3,8 Milliarden Dollar (etwa 3,3 Milliarden Euro) gebracht.

          Deutschland seien in dem Zeitraum 316 Millionen Dollar an Steuern entgangen. Wie Oxfam zugleich hervorhebt, ist der untersuchte amerikanische Pharmakonzern Merck & Co., Inc. nicht identisch mit dem deutschen Chemie- und Pharmaunternehmen Merck KGaA. Die Organisation spricht sich dafür aus, dass internationale Konzerne genauer über ihre Geschäfte Auskunft geben müssen. Auch fordert sie die Regierungen auf, Steuerschlupflöcher zu schließen.

          Rendite in Steueroasen höher

          Für den Bericht hat die Organisation die Umsätze, Gewinne und Renditen der vier Pharmakonzerne in zwanzig Ländern verglichen und ins Verhältnis zur globalen Durchschnittsrendite gesetzt. In Ländern mit durchschnittlichen Steuersätzen hätten sie nur Renditen um die 6 Prozent angegeben. Dagegen habe sie in Steueroasen wie Belgien, Irland, den Niederlanden oder Singapur durchschnittlich 31 Prozent betragen.

          Wie Steuerfachleute gern hervorheben, sind grenzüberschreitende Vergleiche von Steuerzahlungen für Außenstehende schwierig, da hier Sonderfaktoren eine wichtige Rolle spielen können.

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