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Kurze Amtszeit, hohe Abfindung: Otto Lose Bild: Esra Klein

K+S : Wieder sahnt ein Vorstand zum Abschied ab

Otto Lose verließ den M-Dax-Konzern nach nur elf Monaten. Er erhielt 3,1 Millionen Euro. Der offizielle Trennungsgrund klingt fragwürdig.

          Der Bergbaukonzern K+S versüßt ausscheidenden Vorständen den Abgang mit Millionen. Vorstand Otto Lose, der im November nach elf Monaten aufgab, hat nach Berechnungen der F.A.Z. zum Abschied mehr als 3,1 Millionen Euro für weitere gut zwei Jahre erhalten. Damit hat der 2017 gekommene und gegangene Manager noch mehr eingestrichen als die Vorstandskollegen, welche in den Jahren zuvor bei K+S vorzeitig ausgeschieden waren.

          Klaus Max Smolka

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Zahlungen dürften Mitarbeiter verärgern, denen der M-Dax-Konzern in den vergangenen Jahren einiges zumutete. Unter anderem mussten sie das Sparprogramm „Fit für die Zukunft“ mittragen, in dessen Rahmen Führungskräfte 2016 auf Boni verzichteten. Auch die Aktionäre – die den Wert ihrer Papiere in den vergangenen Jahren dahinschmelzen sahen – haben Grund, sich zu grämen.

          Schon bei der Ankunft herrschte Verwunderung

          Gerade Loses Abgang wirft gravierende Fragen auf. Schon bei seiner Ankunft wunderten sich Kenner: Der Manager kam als weitgehend unbeschriebenes Blatt von der Römheld & Moelle Eisengießerei. Zu Anfang 2017 berief K+S ihn – nach langer Suche – zum Vorstand mit Verantwortung für die Sparte „Kali- und Magnesiumprodukte“. Im weiteren Jahresverlauf bastelte K+S an einer neuen Konzernstrategie. Dabei wurden die bisher zwei Geschäftsfelder auf vier neue Einheiten aufgeteilt; „Kali- und Magnesiumprodukte“ verschwindet in der jetzigen Form. K+S stellte Loses Abgang damit in Zusammenhang, als es Ende November mitteilte: Lose gehe mit sofortiger Wirkung, „vor dem Hintergrund der neuen Unternehmensstruktur“.

          K+S

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          Aber das erscheint unplausibel: Zum einen entfällt mit dem Umbau auch der andere bisherige Geschäftsbereich („Salz“); dessen Verantwortlicher Mark Roberts macht im Vorstand künftig als „Chief Operating Officer“ weiter. Zum Zweiten – und schwerwiegender – stellte sich auf Nachfragen bald heraus, dass der Neuzuschnitt erst lange nach der Ankündigung und damit nach Loses Abgang überhaupt wirksam wird: nämlich im kommenden Jahr. Bis Herbst 2018 wolle das Unternehmen das Feinkonzept erarbeitet haben, sagte Vorstandsvorsitzender Burkhard Lohr bei der Bilanzpressekonferenz im März, und: „Die neue Organisation soll dann bis Mitte 2019 eingeführt sein.“ Entsprechend bildet K+S von 2019 an die neuen Segmente im Berichtswesen ab, wie ein Sprecher am Freitag weiter erläuterte. Ende 2019 wäre Loses Vertrag ausgelaufen.

          Statt den Umbau zu begleiten, hat Lose sein Geld nun einfach so erhalten – als Restauszahlung seines Vertrags, also für zwei Jahre und etwas mehr als einen Monat. Das gut 3,1 Millionen Euro schwere Paket lässt sich anhand von Angaben in einer Fußnote im neuen Geschäftsbericht errechnen: als Addition von 875.000 Euro an Fixgehältern, zusammengenommen 889.200 Euro variabler Vergütung, 100.000 Euro pauschaler Abgeltung langfristiger Anreizprogramme und 1,27 Millionen Euro Versorgungsaufwand. Als Kleinigkeit kommen noch 2300 Euro an Nebenleistungen hinzu. K+S bestätigt die Rechnung und betont, die Zahlungen orientierten sich an den transparenten Finanzkennzahlen der K+S-Gruppe und seien vertraglich verbindlich festgelegt. Sie seien zudem im Vergleich mit Wettbewerbern von üblicher Größenordnung.

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