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Prozess gegen Verrlagserben : „Ich traue Herrn Falk eine Anstiftung zum Mord absolut zu“

Alexander Falk Bild: EPA

Im Prozess gegen den Verlagserben Alexander Falk wegen Anstiftung zum Mord schildert das Opfer, das schwerverletzt überlebte, Details der Tat.

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          Ein Innehalten und ein Kopfnicken in Richtung von Alexander Falk, der den Gruß von der Anklagebank aus quittiert. Das war es dann auch mit den Höflichkeiten des Wirtschaftsanwalts in Richtung von Falk, der laut Anklage im Februar 2010 einen Auftragskiller auf ihn angesetzt haben soll. Eine unbekannte Person lauerte dem Frankfurter Juristen vor dessen Wohnhaus auf und schoss ihm in den Oberschenkel. Das Opfer überlebte schwerverletzt. „Ich traue Herrn Falk eine Anstiftung zum Mord absolut zu“, belastete er den Hamburger Unternehmer vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Frankfurt schwer.

          Corinna Budras
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.
          Marcus Jung
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Schon als die Polizei damals am Tatort eintraf, fordert er Ermittlungen gegen Falk. „Ich führe ein Verfahren gegen Alexander Falk, einen Hamburger Multimillionär. Der steckt hinter dem Anschlag, lassen Sie bitte sein Handy abhören.“ Der Verlagserbe wiederum beteuert seine Unschuld.

          Über mehrere Stunden berichte der Zeuge am Donnerstag, wie sich seine Wege in den vergangenen zwei Jahrzehnten mit Falk kreuzten. Als Anwalt von Clifford Chance, später dann bei DLA Piper, vertrat er die Insolvenzverwalter des britischen Unternehmens Energis, das 763 Millionen Euro von Falk forderte.

          Zwischenzeitlich sicherte der Anwalt den Verwaltern den Zugriff auf 50 Millionen Euro des Vermögens von Falk beziehungsweise dessen Holdingsgesellschaft. „Über Jahre hinweg war ich für Falk der visibelste Anwalt auf der Gegenseite.“ Von Herbst 2009 an, als seinen Worten nach mehrere Zivil- und Insolvenzstreitigkeiten „gleichzeitig hochkochten“, nahmen massive „Bedrohungen“ in seinem Privatleben ihren Lauf – zuerst mit anonymen Anrufen, dann sei unter anderem versucht worden, in sein Wohnhaus einzubrechen.

          Höhepunkt vor dem vermeintlichen Mordversuch sei das nächtliche Einschlagen seiner Eingangstür mit einem Vorschlaghammer gewesen. Aufgebracht sprach der Zeuge von Terror und Erpressung. „Das war die Botschaft: Du sollst die Finger von dem Fall lassen“. Der Prozess wird im Oktober fortgesetzt.

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