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Rüsselsheims Zukunft : Teile des Opel-Entwicklungszentrums könnten an Franzosen gehen

Das Entwicklungszentrum von Opel in Rüsselsheim Bild: dpa

Wie geht es weiter mit Opels Entwicklungszentrum? Im Gespräch mit der F.A.Z. nennt PSA-Chef Tavares nun den Partner, der Teile übernehmen soll. Für die Mitarbeiter sei eine solche Übernahme „richtig positiv“.

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          Der französische Ingenieurdienstleister Segula Technologies könnte einen Teil des Opel-Entwicklungszentrums in Rüsselsheim übernehmen. Wie Opel und dessen französischer Eigentümer PSA Peugeot Citroën am Mittwoch mitteilten, würden jetzt mit der Gewerkschaft IG Metall und dem Opel-Gesamtbetriebsrat Gespräche über eine „mögliche strategische Partnerschaft“ mit Segula geführt.

          Der Vorschlag des französischen Unternehmens ziele darauf ab, einen eigenen Standort für Ingenieurdienstleistungen in Rüsselsheim aufzubauen. Den Angaben zufolge könnte Segula im Falle einer Einigung rund 2000 der zuletzt 7000 Techniker und Ingenieure des Entwicklungszentrums übernehmen. Zudem sollen Maschinen für Fahrzeug- und Antriebsentwicklung an das Unternehmen übergehen. Es gehe Segula nicht nur um darum, Entwicklungsaufträge für die Autobranche zu übernehmen, sondern auch für Unternehmen aus den Sparten Bahnverkehr oder Energie. Segula wolle den bis Mitte des Jahres 2023 vereinbarten Kündigungsschutz für die übernommenen Mitarbeiter einhalten, hieß es weiter.

          Hintergrund der Überlegungen sind zurückgehende Aufträge für den ehemaligen Opel-Eigentümer General Motors. Ein Teil der Rüsselsheimer Ingenieure und Techniker arbeiten immer noch für den amerikanischen Konzern. Allerdings laufen diese Aufträge aus.

          Der PSA-Vorstandsvorsitzende Carlos Tavares bezeichnete eine mögliche Einigung mit Segula im Gespräch mit der F.A.Z. als „richtig positiv“ für Mitarbeiter, die zu dem Ingenieurdienstleister wechseln. „Die bisherigen Opel-Ingenieure behalten ihren Arbeitsplatz und ihren Wohnort“, sagte er. „Nicht zuletzt geht es darum, dass wir die Ressourcen schützen, die wir brauchen, um künftig ein starkes eigenes Entwicklungszentrum in Rüsselsheim zu betreiben – in dem die neuen Opel hier in Rüsselsheim gestaltet und entwickelt werden. Und wo wir zudem gleichzeitig globale Aufgaben für den PSA-Konzern angesiedelt haben.“

          Die Gewerkschaft IG Metall reagierte am Mittwoch mit Kritik auf die Ankündigung, dass Opel mit Segula verhandelt. Die Gewerkschaft hat nach eigenen Angaben abermals aus den Medien von den Gesprächen erfahren. „Das Management von PSA hat noch immer riesige Probleme mit der Mitbestimmung und dem fairen Umgang mit Beschäftigten“, sagte Jörg Köhlinger, der für Opel zuständige Leiter des IG-Metall-Bezirks Mitte. „Wer glaubt, Arbeitnehmervertreter seien dazu da, Entscheidungen des Managements nachträglich abzunicken und dann widerspruchslos bei der Umsetzung mitzuwirken, produziert harte Konflikte." Die Gewerkschaft werde den Vorschlag einer strategischen Partnerschaft „sehr kritisch“ prüfen. Es komme auf die Bedingungen an. Grundsätzlich gelte aber: „Veräußert man das Entwicklungszentrum, beraubt man Opel seiner DNA.“

          PSA-Chef Carlos Tavares.
          PSA-Chef Carlos Tavares. : Bild: dpa

          Anfang Juli hatte die französische Zeitung „Le Monde“ berichtet, dass Opel mit mehreren Ingenieurdienstleistern über einen Teilverkauf des Entwicklungszentrums spreche. Zu den Unternehmen zählte auch Segula. Damals stand im Raum, dass mehrere Abteilungen ganz zu einem potentiellen Käufern übergehen könnten. Diese Lösung ist nun offenbar vom Tisch. Stattdessen sollen bestehende Abteilungen verkleinert werden. Zudem war berichtet worden, dass es um 4000 der insgesamt 7000 Arbeitsplätze gehe. Die tatsächliche Zahl fällt nun mit 2000 Mitarbeitern offenbar kleiner aus.

          Die Arbeitnehmervertreter hatten das Ausloten eines Teilverkaufs scharf kritisiert. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Wolfgang Schäfer-Klug sprach im Juli von einem drohenden Ausverkauf und dem Ende der Eigenständigkeit. „Wir halten es für die Marke Opel für existenzgefährdend", sagte Schäfer-Klug Anfang Juli. In der Belegschaft gebe es die Angst, dass die Marke Opel diese Operation nicht überleben werde. Das Unternehmen verwies indes darauf, dass während der Verhandlungen über eine „Soziale Rahmenvereinbarung“ mit der Gewerkschaft IG Metall und den Arbeitnehmervertretern klar gesagt worden sei, dass für das Entwicklungszentrum „strategische Partnerschaften“ geprüft werden.

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