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Autobranche im Umbruch : Opel streicht in Kaiserslautern und Eisenach 500 Stellen

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Die Produktion in Eisenach muss bald mit weniger Mitarbeitern auskommen Bild: dpa

Jetzt liegen die Zahlen auf dem Tisch: Opel will an den kleineren Standorten Personal sparen. Für das Stammwerk in Rüsselsheim sind die Größen schon bekannt.

          Seit der Übernahme durch den französischen Autokonzern PSA Peugeot Citroën vor gut zwei Jahren befindet sich dessen deutsche Tochtergesellschaft Opel im Sparmodus. Im vergangenen Jahr hatte sich Opel mit den Arbeitnehmervertretern und der Gewerkschaft IG Metall darauf geeinigt, dass 3700 der einstmals mehr als 19.000 deutschen Mitarbeiter das Unternehmen verlassen.

          Der Abbau erfolgte über ein „Freiwilligenprogramm“, das aus Altersteilzeitregelungen, Vorruhestand oder Abfindungen für freiwillig ausscheidende Mitarbeiter besteht. Im Gegenzug hatten PSA und Opel der Arbeitnehmervertretung zugesagt, in die Standorte Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern zu investieren. Diese teils erst in den vergangenen Wochen verkündeten Einigungen sahen auch vor, dass in den drei Werken weitere Stellen wegfallen. In Rüsselsheim beläuft sich der weitere Abbau wie berichtet auf bis zu 600 Stellen.

          Nun hat Opel auch für Eisenach und Kaiserslautern den geplanten Arbeitsplatzabbau konkretisiert. In der thüringischen Autofabrik sollen bis zu 200 Mitarbeiter das Freiwilligenprogramm in Anspruch nehmen, im rheinland-pfälzischen Komponentenwerk sollen es maximal 300 Mitarbeiter weniger werden, wie ein Unternehmenssprecher am Donnerstag sagte.

          Zuvor hatte das „Handelsblatt“ über die Höhe des Stellenabbaus berichtet. Der Sprecher betonte, dass die Abbauzahlen Teil der Einigung mit den Arbeitnehmervertretern seien. Zudem handele es sich um freiwillige Angebote und nicht um betriebsbedingte Kündigungen.

          Zahl der Beschäftigten kann um 7 Prozent sinken

          An allen drei Standorten zusammen stehen damit also rund 1100 Arbeitsplätze zur Disposition. Ende des vergangenen Jahres beschäftigte Opel nach eigenen Angaben noch 16550 Mitarbeiter in Deutschland. Darunter waren aber auch noch eine gewisse Zahl jener 3700 Mitarbeiter, die das Unternehmen über die erste Abbauwelle verlassen.

          Diese Streichungen finden schrittweise statt, da sich vor allem Altersteilzeitvereinbarungen über Jahre strecken können. Gleichwohl bedeutet der Wegfall der 1100 Stellen, dass sich die Zahl der Opelaner hierzulande noch einmal um bis zu 7 Prozent verringern könnte.

          Allerdings handelt es sich dabei um Maximalzahlen. Zwar ist die PSA-Tochtergesellschaft weiter bemüht, Stellen zu streichen und auf diese Weise Kosten zu sparen und den zuletzt erreichten operativen Jahresgewinn von 859 Millionen Euro zu verstetigen.

          Gleichzeitig stellt Opel neue Mitarbeiter ein. Zu den Standortvereinbarungen gehören Zusagen, eine bestimmte Zahl von Auszubildenden anzuheuern. Je nach Standort existieren auch Übernahmeangebote, sollten diese Mitarbeiter ihre Ausbildung erfolgreich beenden.

          Über diesen Weg könnten in Rüsselsheim innerhalb der nächsten drei Jahre rund 350 neue Mitarbeiter zu Opel finden, in Eisenach wären es 45, in Kaiserslautern gut 100. Wie am Ende der Saldo zwischen Abbau und Neueinstellungen jüngerer Mitarbeiter aussieht, ist deshalb noch offen. Sicher ist dagegen, dass Opel auf diese Weise seine Lohnkosten reduziert, weil jüngere Mitarbeiter in der Regel weniger verdienen als die ausscheidenden älteren.

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