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Ruhrgebiet : Letzter Bochumer Opel vom Band gelaufen

  • Aktualisiert am

Protestbanner vor dem Bochumer Opelwerk Bild: Reuters

Nach 52 Jahren Produktion ist im Bochumer Werk das letzte Auto vom Band gerollt. „Das Herz von Opel hat aufgehört zu schlagen“, sagte ein Mitarbeiter. Der Sänger Grönemeyer will ein Abschiedskonzert geben. Und ruft zum Opel-Boykott auf.

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          Nach 52 Jahren Autoproduktion ist im Bochumer Opelwerk das letzte Auto vom Band gelaufen. Dies teilten Mitarbeiter des Herstellers am frühen Freitagmorgen der Deutschen Presse-Agentur mit. „Das Herz von Opel hat aufgehört zu schlagen“, sagte einer von ihnen. Der Konzern schließt das Werk wegen Überkapazitäten. 

          Der letzte Opel aus Bochum - ein Zafira-Compact-Van - soll nicht regulär verkauft, sondern einem sozialen Zweck gewidmet werden. Näheres will Opel am Vormittag bekanntgeben.

          Seit der Eröffnung hat das Bochumer Opel-Werk das Ruhrgebiet geprägt. In Spitzenzeiten gab es rund 20.000 Menschen einen Arbeitsplatz. Hier ein frühes Farbbild aus der Opel-Produktion in Bochum. Bilderstrecke

          Rund 3000 Beschäftigte in Bochum stehen jetzt vor einer ungewissen beruflichen Zukunft. Die meisten von ihnen wechseln für maximal zwei Jahre in eine Transfergesellschaft. Auf dem riesigen Werksgelände bleibt nur ein Ersatzteillager des Autokonzerns mit insgesamt 700 Beschäftigten.

           Für die Region ist der Opel-Rückzug ein schwerer Schlag. Mit der Werksschließung von Opel endet ein einstiges Vorzeigeprojekt
          des Strukturwandels an der Ruhr. Das Werk war auf früherem Bergbaugrund errichtet worden, als im Revier das Zechensterben begann. Es beschäftigte nach der Eröffnung 1962 sofort rund 10.000 Menschen - viele davon ehemalige Kumpel.

          Der in der Stadt aufgewachsene Musiker Herbert Grönemeyer will seine Solidarität mit einem Konzert zeigen. „Es gibt konkrete Überlegungen, ein Konzert für die Bochumer Opelaner zu spielen oder sie alle einzuladen“, sagte der Sänger bei einer Musikveranstaltung in Bochum. „Es geht jetzt darum, ihnen Mut zu machen.“

          Die Politik des Konzerns findet Grönemeyer zynisch - und ruft zum Boykott auf. „Vielleicht sollte man im Ruhrgebiet keinen Opel mehr kaufen“, sagte er.

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