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Onlinehandel : Wer hat Angst vor Amazon?

Amazon in Staten Island Bild: AFP

Der Internethändler gewinnt Marktanteile – während die deutschen Einzelhändler ums Überleben kämpfen. Aufgeben wollen sie aber nicht, im Gegenteil.

          7 Min.

          Ein altes Sprichwort besagt: Wer dauernd auf die Pauke schlägt, geht eines Tages flöten. Das könnte auch das Motto von Hans Thomann sein. 57 Jahre, schneller Schritt, leichter fränkischer Dialekt – und Geschäftsführer vom Musikhaus Thomann, dem umsatzstärksten Musikhändler auf der Welt. Mit Hans Thomann ist man schnell per du. Das liegt vielleicht daran, dass er am Unternehmenssitz in Treppendorf jeden einzelnen Mitarbeiter kennt. Für eine förmliche Vorstellung bleibt in Hans Thomanns Welt indes ohnehin nicht viel Zeit, denn mit dem Unternehmer ist nur schwer Schritt zu halten, wenn er durch die weitläufigen Hallen läuft. „Ich bin der Hans. Lass uns loslegen.“ Nein, große Worte – oder Paukenschläge – braucht Thomann nicht. Dabei hat er etwas geschafft, von dem viele Unternehmen, selbst die Großen, nur träumen können: Hans Thomann hat Amazon geschlagen. Niemand verkauft online so viele Musikinstrumente wie er. Nicht einmal der amerikanische Internetgigant.

          Stefanie Diemand

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Das Familienunternehmen ist ein Paradebeispiel für erfolgreichen deutschen Online-Handel, gewann schon häufig Auszeichnungen als bester Online-Shop in der Bundesrepublik. Das im Jahr 1952 im bayrischen Treppendorf gegründete Unternehmen war einer der ersten stationären Händler, die nach dem Aufkommen des Internets einen Online-Shop aufbauten. Heute macht Thomann 90 Prozent seines Umsatzes über den Internethandel, den Rest erwirtschaftet er im ansässigen Ladengeschäft.

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