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Online-Händler : 130 Millionen Euro für die Zalando-Chefs

David Schneider (r.), Robert Gentz (l.) und Rubin Ritter Bild: dpa

Die Geschäfte von Europas größtem Online-Modehändler Zalando laufen prächtig. Das zeigt sich nun auch in den fürstlichen Salären der Chefs.

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          Die Vorstände von Europas größter Modehandelsplattform Zalando wurden auch im vergangenen Jahr fürstlich entlohnt. So erhielt allein der kürzlich abgetretene Ko-Vorstandschef Rubin Ritter im vergangenen Jahr insgesamt 53,3 Millionen Euro gemäß der nach dem Corporate-Governance-Kodex empfohlenen Zuflussrechnung, wie aus dem Vergütungsbericht des Unternehmens für 2020 hervorgeht. Die beiden Gründer und Ko-Vorstandschefs Robert Gentz und David Schneider, die mit Ritter bis März im Trio die Unternehmensspitze bildeten, kommen auf ein Salär in Höhe von jeweils rund 40,5 Millionen Euro.

          Bastian Benrath
          Redakteur in der Wirtschaft.
          Tillmann Neuscheler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zwar bekommen alle drei jeweils nur ein Festgehalt in Höhe von jährlich 65.000 Euro – hinzu kommen aber hohe Beträge aus aktienbasierten mehrjährigen Vergütungsprogrammen, die schon vor einigen Jahren aufgelegt wurden. Sie berechtigen die Manager zum Kauf einer bestimmten Anzahl neuer Aktien zu einem festgelegt niedrigen Preis, der nur einen Bruchteil des heutigen Aktienkurses beträgt.

          Da sich der Aktienkurs von Zalando in den vergangenen Jahren vervielfacht hat, kommen für die langjährigen Vorstände die hohen Summen zusammen. Vorstände, die noch nicht so lange dabei sind, kommen auf niedrigere Beträge: Finanzchef David Schröder erhielt insgesamt knapp 12 Millionen Euro, Produkt- und Operativchef Jim Freeman 11,4 Millionen.

          226 Millionen Euro Jahresgewinn

          Während man über die angemessene Höhe von Managergehältern trefflich streiten kann, ist es zumindest schwer, den Zalando-Chefs vorzuwerfen, ihren Job im vergangenen Jahr schlecht gemacht zu haben. Der Onlinehändler erfährt zwar unzweifelhaft Rückenwind durch die Corona-Pandemie, sodass sein Aktienkurs im vergangenen Jahr um mehr als 70 Prozent zugelegt hat. Das liegt aber durchaus auch am guten Wirtschaften des Berliner Unternehmens. Gerade wies es für das erste Quartal von Januar bis März das größte Umsatzwachstum seit seinem Börsengang vor sieben Jahren aus – und zwar in der Zeit vor der dritten Corona-Welle, wo ein Ende des Lockdowns eigentlich absehbar schien. Zudem gelten im Modehandel das erste und dritte Quartal des Jahres traditionell als die schwächeren, im Vorjahreszeitraum gab es einen Verlust.

          Davon ist nun keine Rede mehr: Mit einem Quartalsgewinn von gut 34 Millionen und einem Jahresgewinn von 226 Millionen Euro arbeitet Zalando profitabel. Besonders erfolgreich ist das Unternehmen dabei mit seiner Plattformstrategie, also dem Ansatz, sein Internetportal nicht nur für den Verkauf eigener Produkte zu nutzen, sondern es auch anderen, meist Markenherstellern, zur Verfügung zu stellen. Während der Corona-Krise nahm es dann geschickt auch noch den stationären Handel mit auf seine Plattform, zum Beispiel C&A verkauft seitdem Mode über Zalando. So kann sich das Unternehmen einerseits als Retter des Einzelhandels positionieren und sich zugleich neue Quellen von Provisionen erschließen.

          Für die Entscheidung, zur Plattform werden zu wollen, warf Zalando vor zwei Jahren seine Eigenmarken aus dem Sortiment – ein unternehmerisches Wagnis, das auch hätte schiefgehen können. Doch es hat sich ausgezahlt.

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