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Online-Glücksspiel : Pech im Spiel, Glück im Rechtsstreit?

Nun wird nicht mehr am Spieltisch, sondern am Computer gezockt, mit juristischen Folgen. Bild: Thomas Pflaum / VISUM

Online-Glücksspiel war bis vor Kurzem in Deutschland verboten. Konzerne haben es trotzdem angeboten. Jetzt wollen sich manche Spieler ihre Verluste zurückholen.

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          Wie grau ist zu grau? Jahrzehntelang haben Onlineglücksspielanbieter in Deutschland in einem rechtlichen Graubereich agiert: Hierzulande waren ihre Angebote verboten, sie beriefen sich auf Regelungen auf EU-Ebene. Das könnte sie nun teuer zu stehen kommen.

          Gustav Theile
          Wirtschaftskorrespondent in Stuttgart.

          In einem spektakulären Rechtsstreit, der schon jetzt Gerichte in ganz Deutschland beschäftigt, wollen Menschen, die mit Onlineglücksspiel viel Geld verloren haben, ihre Verluste von den Anbietern zurückholen. Rücken­deckung erhalten sie von Prozesskostenfinanzierern, die gute Geschäfte wittern. An diese treten die Kläger einen Teil der Ansprüche ab, im Gegenzug finanzieren die Unternehmen den Rechtsstreit. Üblicherweise wählen sie dafür Fälle, in denen sie optimistisch sind, zu gewinnen. Zudem suchen sie die Öffentlichkeit, um so weitere Betroffene als Kunden zu akquirieren. Schließlich geht es um viel Geld: Der Europäische Glücksspiel- und Wettverband EGBA schätzt den jährlichen Umsatz mit Onlineglücksspiel in Deutschland auf knapp 3 Milliarden Euro im Jahr.

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