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Oettinger : So geht der große Bierdosen-Streit aus

Schlichtes Design: Das Billigbier „5,0 Original“ gehörte einst der dänischen Brauerei Carlsberg, wurde später aber von Oettinger übernommen. Bild: Picture-Alliance

Eine Hamburger Designagentur wollte der Großbrauerei Oettinger den Verkauf des Biers „5,0 Original“ verbieten lassen. Jetzt ist der Krach um das schlichte Design der Bierdosen vom Tisch.

          Die Großbrauerei Oettinger kann weiterhin die Billigbiermarke „5,0 Original“ in den schlichten einfarbigen Dosen verkaufen. Die Brauerei hat sich nach einem monatelangen Streit über die Urheberrechte an der Dose jetzt außergerichtlich mit der Designagentur geeinigt, die die Dose einst entworfen hatte. Damit ist der Streit über die Verwendung des Designs endgültig vom Tisch.

          Tillmann Neuscheler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Designer der Hamburger Agentur Feldmann und Schultchen wollten Oettinger noch im vergangenen Sommer den Verkauf des Bieres in den einfarbigen Dosen gerichtlich verbieten lassen, weil sie darin einen Verstoß gegen das Urheberrecht sahen. Ursprünglich hatte die Agentur nach eigener Aussage das Design der Dose nicht für Oettinger, sondern für die dänische Carlsberg-Gruppe entworfen. Die Dänen wollten damals Oettinger im sogenannten Preiseinstiegssegment Konkurrenz machen. Doch 2009 hat Oettinger das 5,0-Original-Bier dann selbst übernommen, als sie von Carlsberg die Braunschweiger Feldschlößchen-Brauerei erwarb. Die Agentur beharrte darauf, dass Oettinger mit dem Kauf der Braunschweiger Brauerei nicht sogleich die Rechte am Design der Dose erworben hat. Die Designer hatten sich nämlich vorbehalten, einer Übertragung an Dritte zuzustimmen.

          Tatsächlich untersagte im vergangenen Jahr das Landgericht Hamburg Oettinger im Eilverfahren den Vertrieb der Dosen und Flaschen. Zur Vollstreckung hätte die Designagentur allerdings eine Sicherheitsleistung von 50 Millionen Euro hinterlegen müssen. Im Hintergrund wurde dann aber über eine andere Lösung verhandelt. Oettinger und die Designagentur wollen sich nicht zu Details der Einigung äußern. Man habe darüber Stillschweigen vereinbart, heißt es seitens der Agentur.

          Auf der Dose findet sich bis heute kein Hinweis auf Oettinger. Die bayerische Brauerei hat das Konzept nach dem Kauf nicht verändert. Die schnörkellosen Dosen sollen signalisieren, hier komme es allein auf den Inhalt und nicht auf die Verpackung an. Jede Biersorte hat eine eigene Farbe: das Pils schwarz, das Export rot, das Weizen orange. Laut Oettinger-Geschäftsführer Jörg Dierig ist das Bier als „Kultmarke“ auf Festivals beliebt. Während der Fußball-WM oder EM gibt es das Bier für einige Wochen auch in schwarz-rot-gelb.

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